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Gesundheitspolitik 4. Mai 2012

Erfreuliche Verringerung der Arbeitsunfälle

Arbeitsunfallstatistik 2011 - Umfassende Prävention zeigt Wirkung

Laut aktueller Statistik der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) ist die Rate der Arbeitsunfälle pro 1.000 Versicherte im Jahr 2011 gegenüber dem Vorjahr von 30,02 auf 28,23 zurückgegangen. Das bedeutet eine Senkung von fast sechs Prozent.

Insgesamt belief sich die Zahl aller Schadensfälle unselbständig Erwerbstätiger im vergangenen Jahr auf 102.976 (92.311 Arbeitsunfälle im engeren Sinn, 10.665 Wegunfälle) das sind 1363 weniger als 2010. Die Zahl der Arbeitsunfälle der selbständig Erwerbstätigen belief sich auf 3.237 Schadensmeldungen. Die Arbeitsunfälle sonstiger Versicherter beliefen sich auf 3.195.

"Die AUVA ist der einzige Sozialversicherungsträger, der umfassend Prävention betreibt. Unsere Strategie zeigt Erfolg: Die Zahl der Arbeitsunfälle geht stetig zurück", sagt Renate Römer, Obfrau der AUVA.

"Auch im kommenden Jahr planen wir wieder neue Kampagnen. Ein Beispiel ist die Partnerschaft für Prävention, die in ganz Europa umgesetzt wird. Ziel ist es, das Verantwortungsgefühl für das Thema Prävention auf allen Mitarbeiterebenen zu stärken und die Zusammenarbeit zum Thema Sicherheit weiter zu verbessern. Denn jeder Arbeitsunfall, den wir verhindern können, ist ein Gewinn", so Römer.

Unfälle bei Schülern und Studenten 

Die Zahl der Arbeitsunfälle bei Schülern und Studenten ist mit 53.763 Schadensmeldungen leicht rückläufig.


Industriemechaniker am meisten gefährdet 

Am höchsten ist die Unfallzahl in der Wirtschaftsklasse Warenerzeugung (22.235 Schadensfälle), gefolgt von der Baubranche (18.041). In beiden Bereichen hat es leichte Zuwächse gegeben. Die langjährige Tendenz ist jedoch rückläufig. Die am stärksten gefährdete Berufsgruppe sind Industriemechaniker und -schlosser mit 5.344 Arbeitsunfällen. Sie haben im Jahr 2011 erstmals die Maurer an der Spitze der Arbeitsunfallstatistik abgelöst.


Arbeitsunfälle in den Bundesländern

In Niederösterreich (14.041), Wien (18.564), Kärnten (7.602), Steiermark (12.158) und Salzburg (9.142) ist die Zahl der Arbeitsunfälle unselbständig Erwerbstätiger gesunken, in Vorarlberg (3.506), Tirol (5.140), Oberösterreich (19871) und Burgenland (1.540) ist sie leicht gestiegen. Generell ist auch hier die Tendenz rückläufig.


Weniger Arbeitsunfälle, weniger Kosten?

"Der Rückgang der Arbeitsunfälle ist sehr erfreulich und spiegelt das große Engagement von Arbeitgebern und Arbeitnehmern bei Arbeitsschutz und Unfallprävention wieder", zeigte sich der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, angesichts der präsentierten Zahlen zur Arbeitsunfallstatistik erfreut.

Damit setzt sich der seit vielen Jahren anhaltende Trend rückläufiger Arbeitsunfälle fort. "Bedauerlich ist in diesem Zusammenhang allerdings, dass die Arbeitgeber denselben Beitragssatz zahlen wie etwa in den 90er Jahren, obwohl die Zahl der Arbeitsunfälle seither von etwa 177.000 auf nunmehr etwa 110.000 jährlich gesunken ist", betonte Neumayer. So sei es auch unverständlich, dass auf Kosten der Arbeitgeber zum überwiegenden Teil Freizeitunfälle behandelt würden, obwohl dies grundsätzlich Aufgabe der Krankenversicherung sei. "Nur 11 Prozent der Patienten in Unfallkrankenhäusern wurden im Jahr 2011 auf Grund von Arbeitsunfällen behandelt", so Neumayer. Die restlichen 89 Prozent seien hingegen Freizeitunfallpatienten gewesen. Dafür bekomme die Unfallversicherung zwar einen Kostenersatz, "dieser ist aber nicht kostendeckend. Die AUVA erfährt dadurch eine jährliche Mehrbelastung von etwa 120 Millionen Euro".

Ebenfalls nicht nachvollziehbar sei laut Neumayer, dass die Unfallversicherung einen jährlich steigenden Pauschalbetrag an die Krankenversicherung für die Behandlung von Arbeitsunfallopfern durch diese zahle, trotz kontinuierlich sinkender Arbeitsunfälle: "Zwischen dem tatsächlichen Aufwand der Krankenkassen und dem Pauschalbetrag der Unfallversicherung ergibt sich ein Delta zu Lasten der AUVA, das inzwischen jährlich etwa 130 Millionen Euro ausmacht".

Für die Industrie stellt sich die Kostenfrage

Natürlich sei es begrüßenswert, Freizeitunfallopfern die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen. Allerdings müsse man sich die Frage stellen, auf wessen Kosten. "Die Kosten für die Behandlung von Freizeitunfällen dürfen nicht einfach auf die Arbeitgeber abgewälzt werden", wie der IV-Generalsekretär betonte. Die Arbeitgeber sollten Beiträge künftig daher auch nur noch in jener Höhe zahlen, die die AUVA für die Erfüllung ihrer eigentlichen Aufgabe benötige. "Bei voller Kostenwahrheit könnte der Beitragssatz in der Unfallversicherung deutlich gesenkt werden. Angesichts der in Österreich hohen Lohnnebenkosten wäre eine Beitragsreduktion darüber hinaus im Sinne der Standortsicherheit wichtig", so Neumayer.

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