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Gesundheitspolitik 30. April 2012

Gesundheitsberufe unterstützen Projekt MedPol

Ein Gewaltschutzregister ist dringend erforderlich

Die Gesundheitsberufe-Konferenz (GBK) stellt sich vollinhaltlich hinter das Projekt "MedPol", das vom Bundesministerium für Inneres in Kooperation mit der Österreichischen Ärztekammer ins Leben gerufen wurde.

 

Ziel des Projekts ist es, ein Netzwerk zur Koordinierung von Hilfsangeboten für Gewaltopfer zu schaffen und das Thema Gewalt aufzuarbeiten. Dabei ziehen alle gesetzlich geregelten Gesundheitsberufe an einem Strang.

Gewalt betrifft auch Patienten

Gewalt hat viele Gesichter und betrifft immer wieder auch Menschen, die durch Krankheit und/oder Pflegebedürftigkeit in Abhängigkeit von anderen Menschen geraten sind. "MedPol ist auf jeden Fall ein gemeinsames Thema der Gesundheitsberufe-Konferenz", erklärte die Vorsitzende der GBK, Ingrid Haberl vom Berufsverband logopädieaustria, am Samstag in einer Aussendung. Gemeinsam müssten gezielte Maßnahmen umgesetzt werden, um physische bzw. psychische Gewalt als Ursache für Krankheit, Verletzung, Leid und Tod zu erfassen bzw. einzudämmen.

Gewaltschutzregister

"Vor allem die Entwicklung eines Gewaltschutzregisters, das mögliche Opfer und verdächtige Verletzungen dokumentiert, hat oberste Priorität", so Haberl. Speziell Kinder müssten vor Übergriffen geschützt werden, aber auch pflegebedürftige Menschen oder Personen mit Behinderungen seien besonders schutzbedürftig.
Gewalt stelle ein enormes Gesundheitsrisiko dar, das oft unterschätzt und noch öfter tabuisiert werde, erklärte die GBK-Vorsitzende. "Es ist die Aufgabe der Gesundheitsberufe, sich zu vernetzen und Unterstützungsangebote für Gewaltopfer zu koordinieren", sagte Haberl.

Gesundheitssektor als Schnittstelle 

Der Gesundheitssektor müsse als Schnittstelle zwischen Opfern, Schutzeinrichtungen und Exekutive fungieren. Haberl: "Die Gesundheitsberufekonferenz ist selbstverständlich gerne bereit, das umfassende Wissen ihrer Mitglieder in die Umsetzung des Projekts MedPol einzubringen." Gleichzeitig müsse das Thema durch eine breite Informations- und Fortbildungsinitiative auf Ebene der gesetzlich geregelten Gesundheitsberufe verankert werden, betonte Haberl abschließend.

http://www.gesundheitsberufekonferenz.at


 

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