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Internetärzte aus Großbritannien liefern Rezepte nach Ferndiagnose.
 
Gesundheitspolitik 26. April 2012

Schwere Vorbehalte gegen Internetärzte

Ärztekammerpräsident Dorner: Risikoimport durch Briefrezepte – Verwerflich und Ergebnis rechtswidrigen Vorganges – Apotheken haben Verantwortung.

Schwere Geschütze gegen Verschreibungen ausländischer Internetärzte fährt die Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) auf. Von britischen Ärzten nun auch in Österreich angebotene Rezepte insbesondere für hochwirksame Lifestyle-Medikamente mit gefährlichem Nebenwirkungpotenzial sind gemäß ÖÄK-Präsident Walter Dorner „medizinisch gefährlich, verwerflich und Ergebnis eines in Österreich rechtswidrigen Vorgangs“.

Moralische Verantwortung der Apotheker

Die moralische Verantwortung für die möglichen unerwünschten Gesundheitsfolgen liege nicht zuletzt bei jenen Apotheken, die solche Verschreibungen unhinterfragt einlösten, so der Ärztepräsident Donnerstag in einer Aussendung. Es bestehe der Verdacht, dass diese Rezepte von ausländischen Internetärzten aus „Gewinnstreben entgegen ihrer ethischen Pflicht“ ausgestellt würden. Vom Gesundheitsministerium verlangt Dorner „klare Bestimmungen, die dem Risikoimport durch Briefrezepte“ im Sinne der Patientensicherheit einen Riegel vorschieben.

Schaden möglich

An die Patientinnen und Patienten appellierte Dorner, auf die gefährlichen, marktschreierischen Verlockungen ausländischer Ärzte mit Internetordinationen „nicht hineinzufallen“. Denn es drohe mehrfacher Schaden. Im Vordergrund stehe das gesundheitliche Risiko, das mit der Einnahme stark wirkender Medikamente wie etwa zur Potenzsteigerung ohne vorherige ärztliche Untersuchung verbunden sei. Daneben werde den Betroffenen „Geld aus der Tasche“ gezogen für etwas, was hier nach gesicherter ärztlicher Abklärung kostenlos zu erhalten sei.

Dorner: „Die Tele-Rezeptierungen ausländischer Internetärzte sind in jeder Beziehung unverantwortlich und auch überflüssig. Denn in unserem Gesundheitssystem haben alle einen ungehinderten und diskreten Zugang zur ärztlichen Betreuung.“

Abschließend forderte der Ärztepräsident die Patientenanwälte auf, in dieser Angelegenheit alles zur Hebung der Patientensicherheit zu unternehmen.

 

Presseaussendung ÖÄK/IS, springermedizin.at

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