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Foto: Hemera / thinkstockphotos.de
 
Gesundheitspolitik 29. April 2012

Kleine Kugeln – große Wirkung

Die Homöopathie steht nach wie vor im Spannungsfeld der wissenschaftlichen Diskussion, liegt aber bei Patienten ungebrochen im Trend.

Eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK Austria Healthcare hat ergeben, dass die Homöopathie in der österreichischen Bevölkerung zu den bekanntesten und auch beliebtesten komplementärmedizinischen Heilmethoden zählt. Beliebte Anwendungsgebiete nach Angaben der Befragten sind leichte Erkältungen und grippale Infekte sowie Husten, Allergien, Unruhe oder Schlafstörungen. Warum Herr und Frau Österreicher gerne zu dieser Alternative zu klassischen Arzneimitteln greifen, sind vielfältig: 88 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass homöopathische Arzneien weniger Nebenwirkungen haben und Naturheilmittel sind. Und immerhin 72 Prozent sind überzeugt, dass die Homöopathie mehr ist als bloß eine Modeerscheinung. In Österreich wird die Homöopathie – unter anderem – von erfahrenen Schulmedizinern angewandt. Viele Patienten verlassen sich bei der Wahl des passenden Mittels auch gerne auf den Rat des Apothekers oder die Empfehlung von Bekannten.

Eine Wirtschaftlichkeitsanalyse der Komplementärmedizin aus der Schweiz zeigt, dass sich die Kosten von klassischen Behandlungen gegenüber alternativen Methoden in etwa die Waage halten. Eine aktuelle Studie aufgrund von Daten aus den Niederlanden zeigt, dass Patienten von Hausärzten mit komplementärmedizinischer Zusatzausbildung den Krankenkassen weniger Kosten verursachen und länger leben.

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Unsere Standpunkte (von link nach rechts)

Standpunkt 1
Erfahrungsmedizin
„Die homöopathische Arznei gibt den Anstoß zur Regulation.“
Dr. Klaus Connert, Allgemeinmediziner und Leiter des Referats für Komplementärmedizin der Österreichischen Ärztekammer
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Stadnpunkt2
Keine Chance gegen Tumor
„Es gibt Anwendungen, die zwar im klassischen Sinn keine Wirkung haben, aber dennoch helfen.“
Prof. Dr. Hellmut Samonigg, Abteilungsleiter, Klinische Abteilung für Onkologie, Universitäre Palliativmedizinische Einrichtung, MedUni Graz
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Standpunkt3
Keine Evidenz
„Keine Studie hat bisher eine Wirkung nachweisen können, damit ist die Diskussion eigentlich beendet.“
Prof. Dr. Michael Freissmuth, Vorstand des Instituts für Pharmakologie, Medizinische Universität Wien
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Von R. Haiden, Ärzte Woche 17 /2012

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