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Gesundheitspolitik 13. April 2012

Zeigt her eure Füße

Bei der Wundversorgung des Diabetischen Fußes ist Österreich laut Austrian Wound Association nicht „europareif“ – die Zahl der Amputationen steigt.

Das Problem beginnt wie fast immer mit dem Fehlen fundierten Datenmaterials, das eine seriöse Analyse des Status quo erlaubt. Wie viele Diabetiker es in Österreich gibt, kann heute nur geschätzt werden, weil viele Patienten selbst von ihrer Krankheit nichts wissen. Manche erfahren erst davon, wenn sie mit der Diagnose Diabetischer Fuß konfrontiert sind.

Auch über die Häufigkeit dieser Folgeerkrankung gehen die Hochrechnungen erheblich auseinander. Die Tendenz ist bei beiden Krankheiten steigend. Trotz dieser Tatsache würden sich sämtliche Instanzen des Gesundheitswesens nicht für diese Krankheit interessieren, beklagte unlängst die AWA, die Austrian Wound Association. Das sei umso erstaunlicher, wundert sich etwa Gerd Köhler, Oberarzt an der Klinischen Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel an der Universitätsklinik für Innere Medizin in Graz, als neben den drohenden dramatischen gesundheitlichen Folgen auch die erheblichen Mehrkosten im Fall einer verzögerten Behandlung längst ausgewiesen und somit bekannt wären.

Die AWA fordert vor diesem Hintergrund den Ausbau von interdisziplinären Ambulanzen und Kompetenzzentren, von denen es – bezogen auf die definierten internationalen Standards – hierzulande noch viel zu wenige gäbe. Ein vielversprechendes Pilotprojekt in Wien, das vor allem die ärztliche Ausbildung in der Versorgung chronischer Wunden forciert hatte, wurde vor Kurzem wieder eingestellt.

Zoech_  Jachimowicz_  Kubiena_ 

Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

Standpunkt 1
Bedarf größer als Angebot
"Von einer flächendeckenden Versorgung mit Spezialeinrichtungen sind wir weit entfernt"
Prof. Dr. Gerald Zöch Facharzt für Plastische Chirurgie, Generalsekretär der Austrian Wound Association (AWA)
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Standpunkt 2
Ausbildung weiterhin anbieten
"Das Problembewusstsein bei der Behandlung chronischer Wunden wurde geschärft".
Dr. Norbert Jachimowicz Kurienobmann-Stellvertreter niedergelassene Ärzte in der Wiener Ärztekammer
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Standpunkt 3
Integratives Wundmanagement
"Trotz bemerkenswerter Heilungserfolge konnten wir für die Wundambulanz keine Finanzierung erreichen"
Dr. Harald Kubiena Facharzt für Plastische Chirurgie und Leiter des interdisziplinären Wundteams im Krankenhaus Göttlicher Heiland
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Von V. Weilguni, Ärzte Woche 15 /2012

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