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Gesundheitspolitik 28. März 2012

Aktionsplan Ernährung: Gut – aber auch wirkungsvoll?

Jugendliche stehen im Fokus des aktualisierten Nationalen Aktionsplans Ernährung. Das ist gut so. Experten fehlt es aber an Konkretem.

Der Nationale Aktionsplan Ernährung (NAP.e) wurde im Jänner 2011 vom Ministerrat beschlossen und soll nach Vorstellung seines Initiators, Bundesminister Alois Stöger, „Österreich erstmals in seiner Geschichte eine ernährungspolitische Strategie geben, klare Ziele formulieren und eine transparente Dokumentation der Schritte gewährleisten, die zur Zielerreichung gesetzt werden.“

In der nun aktualisierten Fassung wird u. a. besonderes Augenmerk auf Schüler und Schulbufetts gelegt. Ein wichtiger, richtiger und absolut begrüßenswerter Ansatz, darin sind sich Mediziner und Ernährungswissenschaftler vor dem Hintergrund alarmierender Entwicklungen bei Übergewicht und Fettleibigkeit einig. Fast 900.000 Österreicher gelten heute als adipös. Ein Trend, der auch vor Kindern und Jugendlichen nicht Halt macht. Schon jedes vierte Schulkind ist übergewichtig, Tendenz weiter steigend. Woran sich die Geister aber scheiden, ist die Frage, ob die im NAP.e formulierten Ziele tatsächlich so klar und konkret sind, dass sie erstens umsetzbar und vor allem zweitens in ihrer Wirkung evaluierbar sind.

Denn nur wenn das der Fall ist, können die eingesetzten finanziellen Mittel und Ressourcen auf ihren Nutzen und damit auch auf ihre Sinnhaftigkeit überprüft werden. Kann auch eruiert werden, ob das Ziel des Ministers erreicht wird: eine Trendumkehr bei den Übergewichts- und Adipositaszahlen bis 2020.

Aspalter_  Stoeger_   Kersting_
Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

Standpunkt 1
"Wo ist der Plan, wo die Aktion?"
Der Nationale Aktionsplan Ernährung ist zu zahnlos. Ihm fehlen die Visionen fürs Große, die Ideen.
Dr. Rosa Aspalter Ärztin für Allgemeinmedizin, Diplom für Ernährungsmedizin, „Kilocoach“
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Standpunkt 2
"Bei den Kindern ansetzen"
Solange in den Schulbuffets die Leberkäsesemmel regiert, werden wir keinen nachhaltigen Erfolg haben.
Alois Stöger Bundesminister für Gesundheit
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Standpunkt 3
"Begleitende Wirksamkeitsforschung"
Bei allen Bemühungen darf die Lebenswirklichkeit der Kinder und Familien nicht unberücksichtigt bleiben.
Dr. Mathilde Kersting Stv. Leiterin des Forschungsinstituts für Kinderernährung, Dortmund
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Von V. Weilguni, Ärzte Woche 13 /2012

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