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Gesundheitspolitik 23. März 2012

Greift das SVA-Vorsorgeprinzip?

Seit Anfang des Jahres können SVA-Versicherte mit ihren Ärzten Gesundheitsziele vereinbaren und werden bei erfolgreicher Umsetzung dafür finanziell belohnt.

Die Reduktion des Selbstbehalts bei entsprechender und nachweisbarer Gesundheitsvorsorge bildet den Kern des neuen Vorsorgeprinzips der SVA für Selbstständige. Die Versicherten haben auf freiwilliger Basis die Möglichkeit, im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung gemeinsam mit ihrem Arzt individuelle „Gesundheitsziele“ zu vereinbaren.

Im Detail ist vorgesehen, dass die Messdaten der Untersuchung für Blutdruck, Gewicht, Bewegung, Tabak- und Alkoholkonsum notiert werden. Danach legen Arzt und Patient für allfällige Risikofaktoren Ziele für die folgenden sechs Monate fest. Werden diese erreicht, kann der Versicherte per Formular um eine Reduktion des bei der SVA geltenden Selbstbehalts von 20 Prozent auf 10 Prozent ansuchen.

Das Konzept der SVA stellt – zumindest für Österreich – ein völlig neues System der Krankenkassen dar. In einer von der SVA kürzlich veröffentlichten Analyse der ersten Erfahrungswerte ist von einer Steigerung von 35 Prozent an Vorsorgeuntersuchungen die Rede. Das sei ein eindeutiger Beleg, argumentiert die SVA, dass die Kampagne tatsächlich auch „für mehr Prävention genutzt wird“. SVA-Obmann Peter McDonald sieht in der Initiative daher vorrangig ein „Investment in die zukünftige Lebensqualität unserer Versicherten“.

Denn die durchschnittliche Lebenserwartung in Österreich sei zwar insgesamt hoch, das Leben in Gesundheit würde aber im europäischen Vergleich unter dem Durchschnitt liegen.

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Unsere Standpunkte (von link nach rechts)

Standpunkt 1
Österreicher leben länger – aber krank
„Das Programm soll die Eigenverantwortung fördern, sich selbst für ein möglichst gesundes Leben einzusetzen.“
Peter McDonald, Obmann der Sozialversicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft, SVA
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Standpunkt 2
Kein Bonus ohne Malus
„Dass finanzielle Anreize Lebensstil und damit Gesundheitserwartung nachhaltig beeinflussen, ist nicht Evidenz-basiert.“
Prof. Dr. Anita Rieder, Leiterin des Instituts für Sozialmedizin, stv. Leiterin des Zentrums für Public Health der MedUni Wien
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Standpunkt 3
Der Teufel steckt im Detail
„Wenn man Prävention fördern will, muss die Überzeugung Platz greifen, nicht der (Geld-)Schein.“
Dr. Wolfgang Ziegler, Stv. Obmann der niedergelassenen Ärzte und Obmann der Sektion Allgemeinmedizin, Ärztekammer für OÖ
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Von V. Weilguni, Ärzte Woche 12 /2012

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