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Gesundheitspolitik 30. April 2009

„Welt – Burg – Dorf“

Der designierte Burgtheater-Direktor Matthias Hartmann stellte seinen Spielplan vor.

Ein grafisches Element aus drei Worten, von denen eines stets „Burg“ ist, das wird künftig das neue Erkennungszeichen des Burgtheaters sein. Das sagte der designierte Direktor Matthias Hartmann, davor am Schauspielhaus Zürich und Bochum, bei seiner Antritts-Pressekonferenz.

Eine weiße Fahne auf dem Dach des Wiener Burgtheaters, das führte seinerzeit Claus Peymann ein, als er die Direktion übernahm. Nun erhält das Traditionshaus mit Matthias Hartmann einen neuen Direktor – und wieder ein neues Erkennungszeichen: ein grafisches Element aus mindestens drei Worten, von denen eines stets „Burg“ ist. Es kann auch mal mehr Worte haben – künftig soll es dem jeweiligen Anlass angepasst werden.

„Welt – Burg – Dorf“: Das ist die aktuelle Version. Sie kommt demnächst auf die Planen der LKWs des Burgtheaters und fungiert schon jetzt als programmatischer Titel für die kommende Spielzeit. „Welt“ steht, wie Hartmann zusammen mit Chefdramaturg Plinio Bachmann bei seiner Antritts-Pressekonferenz erklärte, für die großen Fragen, den Makrokosmos, die globalen Zusammenhänge; „Dorf“ für den zwischenmenschlichen Kontakt, die Familie. Die „Burg“ sieht sich zuständig für die großen wie für die kleinen Fragen, möchte beide Bereiche abdecken und ein „Scharnier“ zwischen ihnen sein.

Das Große und das Kleine

Das Große wird als Erstes zum Zug kommen: Einläuten wird Hartmann die nächste Spielzeit am 4. September mit einer eigenen „Faust“-Inszenierung, erster und zweiter Teil zusammen an einem Abend. In den Hauptrollen Gert Voss und Tobias Moretti. Klein, nämlich mit einem zwischenmenschlichen Konflikt, wird es am nächsten Tag weitergehen, mit der Uraufführung von „Der goldene Drache“. Autor Roland Schimmelpfennig wird auch Regie führen. In diesem Rhythmus wird es in der ersten Zeit weitergehen: Eine Premiere reiht sich an die andere. Darunter auch Aufführungen, die Hartmann von seinen beiden letzten Stationen, dem Schauspielhaus Zürich und Bochum, mit nach Wien bringt, wie Becketts „Warten auf Godot“ oder Bernhards „Immanuel Kant“.

Nicht weniger als 26 Premieren hat der designierte Direktor für die nächste Spielzeit angekündigt. Ein Mix aus Uraufführungen (Sibylle Berg, René Pollesch) und Klassikern (Shakespeare, Horvath). Großes und Kleines, Altes und Neues wird es also geben. So wie es eigentlich jedes Theater handhabt. Insofern ist die Ankündigung nicht weiter aufregend, auch nicht, dass das Kinder- und Jugendtheater forciert werden soll.

Die Wahrheit ist auf dem Platz. Heißt es im Fußball. Ähnliches gilt für das Theater: Alle Ankündigungen sind schön und nett, doch schließlich zählt nur, welche Qualität die Aufführungen haben werden, ob sie uns begeistern können oder nicht. Bei einem Vortragenden achten wir, das hat die Psychologie längst herausgefunden, mehr darauf, wie er sich präsentiert, als was er sagt. Das war auch bei dieser Pressekonferenz der Fall.

Wir erlebten einen höchst eloquenten, witzigen und tatendurstigen Matthias Hartmann, dem wir durchaus zutrauen, dass er das große Programm bewältigen wird, das er sich selbst vorgenommen hat. (Als wäre er als Burgtheater-Direktor noch nicht genügend ausgelastet, wird er an der Wiener Staatsoper außerdem „Lady Macbeth von Mzensk“ auf die Bühne bringen – einen Monat nach seinem „Faust“.)

Ob er sich nun am Ziel seiner Wünsche wähnt, war eine Frage an Hartmann. Mit dem Burgtheater ginge durchaus ein Wunschtraum von ihm in Erfüllung, sagte der 47-jährige Norddeutsche, doch am Ziel sei er noch lange nicht. Er könne sich durchaus vorstellen, noch einmal ganz klein anzufangen und mit einer Theater-Company durch die Lande zu ziehen.

Von Mag. Wenzel Müller, Ärzte Woche 18/2009

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