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Gesundheitspolitik 15. März 2012

Gesundheitsreform: Milliarden-Einsparungen möglich

Die Industriellenvereinigung (IV) hat sich mit einem eigenen Konzept in die Debatte um die geplante Spitals- und Gesundheitsreform eingeschaltet. In dem von Experten der IV erarbeiteten Papier wird das von Gesundheitsminister Alois Stöger geforderte bundeseinheitliche Spitalsgesetz ebenso befürwortet wie die angestrebte gemeinsame Steuerung und Finanzierung des Spitals- und des niedergelassenen Bereichs.

Finanzierung aus einer Hand

Die Mittel für die Spitalsfinanzierung sollen nach den Vorstellungen der Industrie gebündelt und nach einheitlich festgelegten Kriterien ausgeschüttet und somit eine "Finanzierung aus einer Hand" realisiert werden. Eine klarere Trennung zwischen Finanzier und Betreiber von Spitälern wäre dabei eine wichtige Voraussetzung für positive finanzielle Wirkungen.

Kostendämpfungspfad

Um die Kostensteigerungen im Spitalsbereich zu dämpfen, sollen finanzielle Mittel ebenso wie bei den Krankenkassen erst nach Erreichung von vereinbarten Finanzzielen ausgeschüttet werden.

Durch die gemeinsame Planung und Steuerung könnten aufwendige Parallelstrukturen überwunden und die Gesundheitsleistungen jeweils auf der richtigen Versorgungsebene (Hausarzt, Facharzt, Ambulanz, Spital) erbracht werden.

Hausärzte stärken

Um das Ziel einer optimalen Steuerung zu erreichen, müsste man nach diesem Konzept, ähnlich wie von der Ärztekammer vorgeschlagen, die Rolle des Hausarztes als "Gate-Keeper" stärken. Überweisungen an Fachärzte, Ambulanzen oder Spitäler sollten demnach - mit sinnvollen Ausnahmen (z.B. Gynäkologie, Augenheilkunde) - grundsätzlich durch die Hausärztin, den Hausarzt erfolgen.

Akut- und Pflegebetten

Der angestrebte Abbau von Aktubetten bzw. deren Umwandlung in Pflegebetten wäre nach Meinung der Industrie durch einen Ausbau des Versorgungsangebotes im niedergelassenen Bereich möglich. So sollten etwa Tageskliniken und Ärztezentren forciert, die Mindestöffnungszeiten von Kassenärzten ausgeweitet werden, insbesondere an Tagesrandzeiten und am Wochenende.

E-Health und ELGA

E-Health diene zur Steigerung der Effizienz und Qualität im Gesundheitswesen. "Es sollte vor allem der Elektronische Gesundheitsakt (ELGA) rasch und lückenlos eingeführt werden". In diesem Punkt geht die Meinung der die IV mit der der Ärztekammer auseinander.

Prävention fördern

Ein verstärkter Fokus auf Prävention (z.B. bei Rauchen, Alkohol) hätte "einen signifikanten volkswirtschaftlichen Mehrwert", der durch weniger Krankenstände in Folge einer verstärkten Prävention erzielt werden könnte.

Eine Reduktion der Krankenstände um zehn Prozent könnte demnach etwa zu einer Steigerung der Wertschöpfung um 480 Millionen Euro führen. Deshalb wären Projekt, wie das der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA), in dem der Selbstbehalt reduziert wird, wenn der Versicherte gesundheitliche Ziele, die mit dem Arzt bei einer Vorsorgeuntersuchung vereinbart wurden, unterstützenswert.

Einsparungen im Millardenbereich

Insgesamt gebe es laut OECD im gesamten Gesundheitssystem ein Effizienzpotenzial von zwei Prozent des BIP. Für das Jahr 2011 würde dies laut IV Einsparungen von etwa sechs Milliarden Euro bedeuten. Allein im stationären Bereich ortet die IV unter Berufung auf IHS-Zahlen ein Effizienzpotenzial von 20 Prozent, was rund zwei Milliarden an Einsparungsmöglichkeiten bedeuten würde.

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