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Gesundheitspolitik 17. März 2012

Nicht auf Erfolgen ausruhen

Die Verlängerung des Pflegefonds bis 2016 wird von allen Seiten begrüßt. Experten warnen aber davor, jetzt auf halbem Wege stehen zu bleiben.

Martin Schenk, renommierter Sozialexperte und stellvertretender Direktor der Diakonie Österreich, befürchtet, die beschlossene Verlängerung der finanziellen Mittel für zusätzliche Pflegeleistungen bis zum Jahr 2016 könnte so viel Reformdruck aus dem Thema herausnehmen, dass Stillstand entsteht. Die Gespräche müssten aber konsequent fortgeführt werden, fordert Schenk und verweist auf das Pflegefondsgesetz, das bis Ende 2012 die Erarbeitung neuer Lösungen für strukturelle Verbesserungen in der Pflege zwingend vorsieht.

Besonders im Bereich zwischen stationärer und familiärer Pflege sehen viele Experten nach wie vor große Versorgungslücken. Die vorhandenen Initiativen und Projekte müssten gestärkt und weiter ausgebaut, zusätzlich neue Dienstleistungsmodelle entwickelt werden. Voraussetzung dafür ist nicht nur ein politisches Bekenntnis versehen mit einer entsprechenden finanziellen Dotation, sondern auch die Rekrutierung zusätzlicher personeller Ressourcen.

Denn schon heute ist die personelle Situation in der Pflege – vor allem im mobilen Bereich – angespannt und wird sich weiter zuspitzen. Es wird daher zukünftig notwendig sein, die vorhandenen Berufsbilder in der Pflege attraktiver zu gestalten und zudem neue Berufsbilder zu entwerfen. Außerdem wird man wohl auch über die Kompetenzverteilung zwischen dem niedergelassenen medizinischen Bereich und der Pflege reden und gegebenenfalls Aufgaben neu ordnen müssen.

 

 Mag. Martin Schenk; Sozialexperte, stellvertretender Direktor der Diakonie Österreich Dr. Herbert Machacek; Arzt für Allgemeinmedizin Perchtoldsdorf, Sektionsobmann  Mag. Karl Schwaiger; Pflegedirektor, Vizepräsident des Österr. Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes 

Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

Standpunkt 1
Die Pflegelücke
„Ausgebaute soziale Dienstleistungen stehen nicht im Gegensatz zu familiärem oder bürgerschaftlichem Engagement.“
Mag. Martin Schenk; Sozialexperte, stellvertretender Direktor der Diakonie Österreich
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Standpunkt 2
Gemeinsame Verantwortung
„Verbesserungsbedarf gibt es an den Schnittstellen zwischen Krankenhaus, sozialmedizinischen Diensten und Ärzten.“
Dr. Herbert Machacek; Arzt für Allgemeinmedizin Perchtoldsdorf, Sektionsobmann der Ärzte für Allgemeinmedizin der Ärztekammer NÖ
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Standpunkt 3
Integrierte Versorgung stärken
„Immer wieder werden sowohl Pflegebedürftige als auch Pflegepersonen zu Bittstellern degradiert.“
Mag. Karl Schwaiger
Pflegedirektor, Vizepräsident des Österr. Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes, Projektleiter „Seniorenberatung Tennengau“ und „Case- und Caremanagement Tennengau“
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Von V. Weilguni, Ärzte Woche 11 /2012

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