zur Navigation zum Inhalt
Foto: www.lenz.cc
Dr. Lydia Unger-Hunt lebt in Brüssel und ist Medizinerin sowie Gesundheitsjournalistin.
 
Gesundheitspolitik 29. April 2009

News aus Brüssel – Weltgesundheitstag

Solidarität in der medizinischen Versorgung.

Leben retten und die Vorbereitung von Krankenhäusern auf Krisensituationen waren die Slogans des Weltgesundheitstages 2009 – und auch ein Kernanliegen der Europäischen Kommission bei der Unterstützung von Rettungseinsätzen in der ganzen Welt.

Etwa ein Viertel der von der Kommission seit dem Jahr 1996 geleisteten humanitären Hilfe, insgesamt mehr als zwei Milliarden Euro, wurden bisher für die gesundheitliche Grundversorgung in Krisenfällen aufgewendet, erklärt EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou. „Solidarität in der Gesundheitsversorgung ist ein globales Anliegen. Wir müssen mit unseren afrikanischen Partnern zusammenarbeiten und verstärkt Maßnahmen ergreifen, um die Millenniumsentwicklungsziele und damit den zentralen Fokus unserer EU-Außenhilfe zu erreichen: die Senkung von Kinder- und Müttersterblichkeit und die Bekämpfung von HIV/Aids.“

Im Rahmen des Weltgesundheitstages am 7. April 2009 besuchte Kommissarin Vassiliou mehrere lokale Gesundheitsprojekte in Kenia, unter anderem eine geplante Ausbildungsstätte für Pflegekräfte, die sich auf die Schmerztherapie in der Krebsbehandlung spezialisieren; denn viele Entwicklungsländer leiden heutzutage unter der doppelten Last übertragbarer Krankheiten (HIV/Aids, Malaria, Tuberkulose) und nicht übertragbarer Krankheiten (wie Herzerkrankungen und Krebs). Der Großteil der medizinischen Versorgung in Kenia wird von Krankenpflegepersonal geleistet, und dessen spezialisierte Weiterbildung in Palliativmedizin und Schmerztherapie in der Krebsbehandlung kann die Gesundheitssysteme wesentlich unterstützen.

Die Europäische Kommission wendet jährlich fast eine halbe Milliarde Euro für Gesundheitsmaßnahmen im Rahmen der externen Zusammenarbeit auf. Die Maßnahmen sind Teil des thematischen Programms „Gesundheit für alle“, das auf drei Kernprobleme des Gesundheitswesens abzielt: Unterstützung der Stärkung von Gesundheitssystemen zur Bekämpfung des Fachkräftemangels, Unterstützung der Bekämpfung der wichtigsten übertragbaren Krankheiten und schließlich Unterstützung für Programme bezüglich der Sexual- und Reproduktionsgesundheit.

Natürlich fördert die EU-Kommission auch die Verbesserung des Gesundheitswesens innerhalb der Europäischen Union. Ein wichtiges Instrument bilden dabei die Strukturfonds, aus denen fünf Milliarden Euro bereitgestellt werden, um die Investitionen armer Regionen in das Gesundheitswesen zu fördern.

Die im September 2008 eingeleitete Kampagne „Europa für Patienten“ hebt die Wichtigkeit hervor, Informationen, Fachkenntnisse sowie praktische Erfahrungen in diversen Bereichen der gesundheitlichen Versorgung auszutauschen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf seltenen Krankheiten, Krebs, Patientensicherheit, Organspende und -transplantation und Patientenrechte bei der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung.

Von Dr. Lydia Unger-Hunt, Ärzte Woche 18/2009

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben