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Gesundheitspolitik 8. März 2012

Frauenquote: Bedarf in der Medizin

"Die Medizin ist weiblich geworden", stellt Ärztekammerpräsident Walter Dorner anlässlich des Internationalen Frauentags fest. So seien von den insgesamt 11.867 Ärzten in Wien 49,7 Prozent weiblich. Doch im Detail könne man noch immer große Unterschiede zwischen Frauen und Männern in der Medizin erkennen.

"Nachtdienste und Vollzeit bedeuten für viele Frauen nach wie vor eine Anstellung als Allgemeinmedizinerin. Männer hingegen haben eigene Ordinationen und arbeiten als Chirurgen", erklärt der Ärztekammerchef die Situation in Wien. Dies sei auch durch Zahlen belegbar.

So sind 32,2 Prozent aller angestellten Mediziner in Wien Frauen, demgegenüber stehen nur 17,4 Prozent weibliche Ärzte mit Ordinationen.

62 Prozent der Ärztinnen arbeiten in der Allgemeinmedizin, wohingegen nur 15,8 Prozent in der Chirurgie tätig sind. "Frauen haben in den letzten Jahren zunehmend den Weg in männlich dominierte Fächer und Anstellungen gefunden, doch von einer 50:50 Regelung sind wir noch weit entfernt", stellt Dorner klar.

Nach wie vor gebe es jedoch zu wenige Frauen in Spitzenpositionen im Gesundheitsbereich. Dorner: "Um hier eine Trendumkehr zu beginnen und Frauen zu motivieren, sich dieser Aufgabe zu stellen und ihnen überhaupt die Möglichkeit zu geben, Führungspositionen zu bekleiden, wird die wichtigste Aufgabe der kommenden Jahre sein, Familienfreundlichkeit als Teil der Unternehmensstruktur in Spitälern zu verstehen."

Dazu gehöre einerseits eine bedarfsgerechte Kinderbetreuung im Krankenhaus, "aber auch Väter dürfen nicht mehr belächelt werden, wenn sie sich aktiv an der Kinderbetreuung beteiligen wollen".

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