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Gesundheitspolitik 6. März 2012

Schwarze Schafe oder Fehler im System?

Physiotherapeuten hielten sich nicht an ärztliche Vorgaben, bemängelt der VKI. Ärzte und Therapeuten sehen Verbesserungspotenzial, die Sozialversicherung zieht Konsequenzen.

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat in Kooperation mit dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger Physiotherapeuten in der Steiermark und in Vorarlberg stichprobenartig getestet und dabei Unregelmäßigkeiten bei den therapeutischen Anwendungen und Abweichungen von standardisierten Vorgehensweisen festgestellt. Demnach hielt sich nur ein Viertel der getesteten Physiotherapeuten an die ärztliche Verordnung. „Wenn Physiotherapeuten anstatt der vom Arzt verschriebenen Therapie alternative Methoden wie Shiatsu, Craniosakral- oder Meridlinetherapie anbieten, dann mag dies für manche Patienten zwar durchaus willkommen sein, es birgt aber auch Risiken, denn die Wirksamkeit zahlreicher alternativer Heilmethoden ist keineswegs belegt – die belegt wirksame Therapie hingegen wird unterlassen“, schreibt der VKI dazu in einer Aussendung. In 60 Prozent der Fälle entsprach die Rechnung zudem nicht der tatsächlich erbrachten Leistung. Der VKI weist in diesem Zusammenhang auch auf ein rechtliches Risiko für den Patienten hin: „Insbesondere aber macht sich der Patient des Betrugs strafbar, wenn eine offensichtlich falsche Rechnung bei der Krankenkasse eingereicht wird, bei der die angeführte Leistung nicht der erbrachten Leistung entspricht.“ Darüber hinaus wurde kritisiert, dass die Dauer der einzelnen Behandlung häufig nicht der ärztlichen Verordnung entsprach.

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Unserer Stadtpunkte von links nach rechts

Standpunkt 1
Koordiniertes Miteinander
"Der aktuelle Bericht des VKI deckt gleich mehrere Systemschwächen auf."
Dr. Günther Malek Gründer des Zentrums für Integrative Medizin
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Standpunkt 2
Transparenz durch Prozess
"Es besteht bedarf nach mehr Kommunikation zwischen Physiotherapeuten und Ärzten bzw. Patienten".
Silvia Mériaux-Kratochvila, MEd Präsidentin Physio Austria, Bundesverband der PhysiotherapeutInnen Österreichs
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Standpunkt 3
Konsequenzen werden gezogen
"Wird vom Therapeuten eine nicht erbrachte Leistung verrechnet, ist der Bereich der Krimminalität betreten."
Dir. Mag. Christoph Metzler Vorarlberger Gebietskrankenkasse
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Von V. Weilguni, Ärzte Woche 10 /2012

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