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Gesundheitspolitik 6. März 2012

E-Medikation: Ärzte laut Umfrage gespalten

Österreichs Ärzte sind in Sachen E-Medikation gespalten. Laut einer am Montag vorgestellten GfK-Umfrage haben 54 Prozent grundsätzlich eine positive Einstellung, 46 Prozent eine negative. Bei den erwarteten Auswirkungen fällt das Urteil freundlicher aus, noch höher sind die Erwartungen der Patienten an die elektronische Medikamentenerfassung. Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger - bei der Präsentation mit dabei - drängt nun auf das ELGA-Gesetz als rechtliche Grundlage für das Projekt.

Ergebnisse der Befragung

Befragt wurden 150 Allgemeinmediziner und 50 Internisten. An erwarteten Auswirkungen der E-Medikation bewerteten 89 Prozent die Abstimmung von Krankenhaus, Arzt und Apotheker sowie die Information des Arztes positiv, aber auch die Patientensicherheit und die Information des Apothekers schnitten gut ab. Schlechter bewertet wurden die Kontrolle von Patienten und Ärzten sowie die Kostensenkung.

Wechselwirkungen

Abgefragt wurde in der Studie (laut GfK-Chef Rudolf Bretschneider eine Eigeninitiative seines Hauses) auch das Kassensanierungspaket von 2009. 55 Prozent der Ärzte sehen sich dadurch in ihrem Verordnungsverhalten beeinflusst. Dem Thema Wechselwirkungen - das durch die E-Medikation leichter überprüfbar werden soll - widmen die Mediziner große Aufmerksamkeit, 92 Prozent fragen Medikamenteneinnahmen bei ihren Patienten ab.

Rechtliche Grundlage fehlt noch

Schelling hofft nun, dass das ELGA-Gesetz als rechtliche Grundlage noch vor dem Sommer Ministerrat und Nationalrat passieren wird. Bereits vorher, voraussichtlich bis Mitte Mai, soll die Evaluierung des Pilotversuchs zur E-Medikation vorliegen.

Innerhalb von zwölf bis 18 Monaten sollen deren Erkenntnisse eingearbeitet werden und der flächendeckende Rollout des Systems beginnen. Der Hauptverband erwartet sich davon auch Kostendämpungseffekte, etwa was Doppelverschreibungen von Medikamenten betrifft. "Wir brauchen dieses Instrument, um unseren Konsolidierungskurs fortzusetzen", sagte Schelling.

>> Zur Reaktion der Ärztekammer

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