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Foto: Privat
OA Dr. Michaela Werni, Generalsekretärin der Österreichischen Palliativgesellschaft
 
Gesundheitspolitik 29. April 2009

Überführung in Regelfinanzierung schon lange überfällig.

Österreich ist mit dem bereits 2004 ausgearbeiteten Hospiz- und Palliativplan, um den uns auch Deutschland beneidet, auf einem guten Weg. Aber was nützt er, wenn er lediglich stückweise oder in manchen Feldern gar nicht umgesetzt wird? Momentan gibt es 228 Einrichtungen im Palliativ- und Hospizbereich, bis 2012 sollen es 450 sein. Ein wesentlicher Schritt dorthin ist die Überführung in die Regelfinanzierung, denn nur so ist eine sinnvolle, gut planbare und qualitative Arbeit möglich.

Ein großer Teil der Einrichtungen im Palliativ- und Hospizbereich sind ehrenamtliche mobile Teams – diese können langfristig nur dann funktionieren, wenn es dahinter liegende, unterstützende hauptamtliche Strukturen gibt. Auch muss die Kooperation mit niedergelassenen Allgemeinmedizinern und Fachärzten sichergestellt sein. Mein Appell an die Kollegen ist: Auch wenn manche Ressentiments verschwunden sind, wird Palliativ- und Hospizarbeit teilweise immer noch als mögliche Konkurrenz gesehen. Eigentlich handelt es sich um Entlastung und Unterstützung, um eine qualitativ hochstehende, gemeinsame Form der Begleitung von Menschen in der letzten Lebensphase. Gerade auch Palliativkonsiliardienste haben sich – wo es sie gibt – gut bewährt und sollten stärker nachgefragt und ausgebaut werden.

1.500 Ärzte haben das Palliativdiplom erworben, das könnten aber noch deutlich mehr sein. Denn es geht auch um die Haltung: Sterben ist kein persönliches Versagen des Arztes, sondern Teil des Lebens. Dazu gehört dann auch der gut geplante Einsatz diagnostischer und therapeutischer Schritte – und ganz zentral das Gespräch. Viele Ärzte sind nicht auf die Reaktionen beim Überbringen schlechter Nachrichten vorbereitet: Copingstrategien können sehr unterschiedlich sein, es kann zu Zorn, Widerstand und Resignation kommen. Ebenso brauchen die Angehörigen Unterstützung. All dies ist nur mit multidisziplinären Teams umsetzbar, die auf eine entsprechende Finanzierung zurückgreifen können.

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Hospiz- und Palliativversorgung

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Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 18/2009

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