zur Navigation zum Inhalt
Foto: photos.com
 
Gesundheitspolitik 28. Februar 2012

Das Vorsorgekonzept wirkt

Seit Jänner gilt das neue „Belohnungsprogramm“ der SVA.

Eine erste Analyse zeigt, dass der neue Zugang zur Gesundheit von den Versicherten angenommen wird.

Wer auf seine Gesundheit achtet, zahlt weniger Selbstbehalt, so das neue auf Gesundheitsvorsorge ausgerichtete Programm der SVA für Selbstständige. Nun liegt eine erste vielversprechende Analyse vor.

Die Systematik

Seit Jänner können Selbstständige beim Arzt zunächst „Gesundheitsziele“ am besten in Form einer Vorsorgeuntersuchung definieren. Einfach vermerkt werden dabei Blutdruck, Gewicht, Bewegung, Tabak- und Alkoholkonsum.

Danach legen Arzt und Patient für allfällige Risikofaktoren einen genau definierten Plan für die nächsten sechs Monate fest. Werden die Ziele erreicht, kann der Versicherte per Formular um eine Reduktion des bei der SVA geltenden Selbstbehalts von 20 Prozent auf 10 Prozent ansuchen.

Das Konzept, dass bei Erreichen von vereinbarten Gesundheitszielen die Reduktion des SVA-Selbstbehalts auf zehn Prozent möglich wird, ist ein völlig neues System der sozialen Krankenkassen in Österreich. Bisher gab es nur eine Initiative mit Generika, bei deren vermehrter Verwendung Versicherte einer Betriebskrankenkasse finanziell partizipierten.

Erste Analyse

Gab es im Jänner 2011 unter SVA-Versicherten exakt 3.877 Vorsorgeuntersuchungen, waren es im Vergleichszeitraum 2012 bereits 5.237 (plus 35 Prozent). Am meisten stieg die Zahl der Vorsorgechecks im Bundesland NÖ mit plus 76 Prozent an, dann folgten OÖ mit plus 52 Prozent, die Steiermark mit plus 39 und Wien mit plus 37 Prozent. Das spricht dafür, dass die Kampagne auch für mehr Prävention genutzt wird.

Evaluierung in sechs Monaten

„Ich habe diese Welle von Interessierten auch in meiner Praxis als Internist bereits registriert. Am heikelsten ist offenbar das Abnehmen. Wir werden sehen, wie es da in sechs Monaten bei der Evaluation mit dem Erreichen der Ziele aussieht“, erklärt Günther Wawrowsky, Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte.

Unter Beobachtung

Ein Erfolg, der sich schnell herumspricht. „Wir waren mit unserem Programm auch schon im deutschen Gesundheitsministerium und werden es in diesem Jahr auch beim europäischen Gesundheitskongress in München vorstellen“, so SVA-Obmann Peter McDonald: „Wir wollen in die zukünftige Lebensqualität unserer Versicherten investieren.“

Die durchschnittliche Lebenserwartung in Österreich sei hoch, die „Lebenserwartung in Gesundheit“ liege aber in Europavergleich unter dem Durchschnitt. Die Aktion werde positiv aufgenommen – und zwar sowohl bei den Versicherten als auch bei den Ärzten. 

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben