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Gesundheitspolitik 3. März 2012

Neue Arbeitsteilung

Turnusärzte verbringen mehr Zeit mit Verwaltungsaufgaben als am Krankenbett. Stationssekretäre könnten Abhilfe schaffen.

Als die ersten Zwischenergebnisse einer bundesweiten Evaluierung der Turnusausbildung öffentlich wurden, stellte sich weder bei den Ausbildenden und noch viel weniger bei den Auszubildenden ein großes „Aha-Erlebnis“ ein. Denn nicht nur unter Insidern gilt es als „offenes Geheimnis“, dass Turnusärzte mit ausbildungsfernen Tätigkeiten in den Spitälern überlastet werden. Laut Umfrage ordnet nicht einmal die Hälfte der Jungärzte selbstständig Medikamente an oder führt Untersuchungen durch.

Wundversorgungen und kleinchirurgische Eingriffe nimmt gar nur jeder Fünfte vor. Ein Drittel der Turnusärzte in Wien gab an, nur „selten“ oder „nie“ an Visiten teilzunehmen. Dafür kümmern sich zwei Drittel „immer“ oder „meistens“ um das Ausheben von Krankenakten, das Messen des Blutdrucks und das Schreiben von EKGs. „Aufgaben, die das Pflegepersonal übernehmen könnte“, so die Ärztekammer. Die Retourkutsche des diplomierten Krankenpflegepersonals kommt postwendend: Man wäre zwar dafür qualifiziert, die extrem knappen Personalschlüssel in vielen Spitälern ließen eine Übernahme dieser Tätigkeiten aber nicht zu.

„Ärztliche Tätigkeiten kurzerhand einer anderen Berufsgruppe aufzuhalsen, ist wohl nur der überhitzten Wahlkampfatmosphäre zuzuschreiben“, mutmaßte Präsidentin Frohner in einer Aussendung. Zur Entlastung beider Seiten könnten Stationssekretäre beitragen.

Dr. Susanne Drapalik Wiener Krankenanstaltenverbund, Leiterin Geschäftsbereich Medizinmanagement und Sofortmaßnahmen  Dr. Martin Andreas Referent für arbeitslose Ärzte und Jungmediziner in der Ärztekammer Wien  Ursula Frohner Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbands

Unsere Standpunkt (von links nach rechts)

Standpunkt 1
"Stetig bessere Qualität"
Die Rahmenleitlinie Medizin und Pflege verpflichtet zur bestmöglichen Zusammenarbeit.
Dr. Susanne Drapalik, Wr. Krankenanstaltenverbund, Leiterin Geschäftsbereich Medizinmanagement und Sofortmaßnahmen
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Standpunkt 2
"Ärzte oder Hilfskräfte?"
Referent für arbeitslose Ärzte und Jungmediziner in der Ärztekammer Wien.
Dr. Martin Andreas, Referent für arbeitslose Ärzte und Jungmediziner in der Ärztekammer Wien
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Standpunkt 3
"Teamarbeit ist angesagt"
Prozessfehler können weder vom diplomierten Pflegepersonal noch von Turnusärzten kompensiert werden.
Ursula Frohner, Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbands
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Von V. Weilguni, Ärzte Woche 9 /2012

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