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Gesundheitspolitik 28. Februar 2012

"Gangbetten sind keine saisonale Erscheinung"

Widerstand am SMZ-Ost:"Wer glaubt, dass allein eine Grippewelle Abteilungen an Wiener Spitälern in den Notstand versetzt, irrt", so Kurt Felber, Vorsitzender der Personalvertretung am Sozialmedizinischen Zentrum Ost - Donauspital im Wiener Krankenanstaltenverbund.

Unzumutbare Situation

Die von der Unternehmensleitung als Ausnahme der letzten Tage beschriebenen Not- oder Gangbetten seien bis auf wenige Ausnahmen das ganze Jahr über die Regel. So lägen im SMZ-Ost zum Beispiel auf einer 32 Betten Station 42 Patienten.

"Unzumutbar für das Personal und die zu versorgenden Menschen. Nun von einer kurzfristigen Erscheinung aufgrund einer Grippewelle zu sprechen, ist ein Schlag in das Gesicht der Mitarbeiter", so der Personalvertreter in einer Aussendung.

Probleme werden nur verlagert

Zusätzlich würde das zur Entlastung geschaffene interne Bettenbelagsmanagement die Probleme nur verlagern. "Meist werden die Patienten innerhalb von 24 Stunden auf fachfremde Abteilungen mit freien Betten verlegt. Da liegt dann eine Patientin mit Oberschenkelhalsbruch auf der Augenabteilung oder Gynäkologische Abteilung." Das zuständige ärztliche Personal müsse dann seine Patienten im ganzen Haus suchen. Die Gangbetten hingegen würden sofort nachbelegt.

Grenzen erreicht

"Im September haben wir die Öffentlichkeit bereits darauf aufmerksam gemacht, dass unsere Mitarbeiter die Grenze der Belastbarkeit überschritten haben. 75 Prozent der Belegschaft haben in diesem Zusammenhang ihre Streikbereitschaft erklärt. Prügelt man weiter auf uns ein, wäre das ein mehr als denkbarer Weg", erklärt der Vorsitzende des Sozialmedizinischen Zentrums-Ost.

Felber fordert rasche Lösungen in den besonders stark belasteten Bereichen: "Entweder mehr Personal oder weniger Leistung." Zusätzlich verlange er einen Schulterschluss aller Parteien, wenn es um die Belegschaft der Gemeindebediensteten und deren Darstellung in der Öffentlichkeit gehe.

"Medizinische Versorgung auf höchstem Niveau gelingt nur, wenn wir alle an einem Strang ziehen. In Krisenzeiten nach uns zu schreien und hinterrücks auf uns einzustechen ist definitiv der falsche Weg". Würde man das nicht erkennen, würden sämtliche gewerkschaftliche Maßnahmen ausgeschöpft werden, um die Belegschaft zu schützen.

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