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Gesundheitspolitik 22. Februar 2012

Österreichs Jugend beim Rauchen noch immer Europaspitze

Im Rahmen einer Studie des Ludwig-Boltzmann-Instituts sind Schüler über ihr subjektives Gesundheitsempfinden, ihre Lebenszufriedenheit und ihr Risikoverhalten befragt worden.

"Positiv fällt bei den Antworten auf, dass die Schülerinnen und Schüler entgegen aller Klischees immer weniger rauchen und Alkohol trinken. Sie tun das aber immer noch auf hohem Niveau", berichtete Gesundheitsminister Alois Stöger am Mittwoch bei der Präsentation der Befragungsergebnisse.

Subjektiver Gesundheitszustand

Wolfgang Dür, Leiter des Ludwig Boltzmann-Instituts für Health Promotion Research und Leiter der Studie, erläuterte die wichtigsten Ergebnisse. Knapp die Hälfte der 11-jährigen Schüler und 44 Prozent der Schülerinnen bezeichnen ihren Gesundheitszustand subjektiv als ausgezeichnet. Mit steigendem Alter nimmt dieser Prozentsatz aber deutlich ab. Auch die Lebenszufriedenheit der Schüler nimmt seit 2002 leicht, aber stetig ab.

Beim Rauchen Europaspitze

Ein Fünftel der 15- und bereits jeder dritte 17-Jährige rauchen täglich. "Seit 1998 ist hier aber ein stetiger Abwärtstrend zu verzeichnen", sagte Dür. Weiters gibt es immer mehr übergewichtige Jugendliche, was mit den Faktoren "Zunahme des Konsums von Süßigkeiten und Limonaden" und "Bewegungsmangel" zusammenhängt - für Dür das "Gesundheitsproblem Nummer 1".

Problem Bewegungsmangel

In Sachen Bewegung plädiert der Minister dafür, den Schülern den dafür notwendigen Raum zu geben. Er begrüßt eine entsprechende Initiative von Bildungsministerin Claudia Schmied, Schulformen zu entwickeln, in denen Schüler "nicht nur lernen, sondern auch leben" können. Der Minister hat außerdem bereits eine Studie zur Suchtprävention in Auftrag gegeben. "Ganz wichtig ist die Frage der Chancengleichheit. Kinder aus schwieriger ökonomischer Situation haben es schwerer, gesund zu bleiben", sagte Stöger.

Schlechte Ernährung

Dass Kinder und Jugendliche Zugang zu besserer Ernährung bekommen, ist auch Schwerpunkt des Nationalen Aktionsplans Ernährung NAP.e. Wichtig sei, so Stöger, ihre Lebensverhältnisse zu ändern, etwa mit der Leitlinie Schulbuffet. "Mobile Beraterteams sind bereits österreichweit im Einsatz, um Schulbuffetbetreibern Hilfe bei der Umstellung auf ein gesundes Schulbuffet zu bieten", sagte der Minister.

Die Studie wird in 43 Ländern bei 11-, 13-, 15- und 17-jährigen Schülerinnen und Schülern durchgeführt und ist sozusagen die "PISA-Studie für Gesundheitsfragen". 250.000 Schüler, davon 6.500 österreichische, wurden per Fragebogen über ihre Gesundheit befragt.

Download der Studie unter www.bmg.gv.at

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