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Gesundheitspolitik 22. Februar 2012

Krisenmanagement oder mehr?

Die Auseinandersetzung um das Budgetloch der MedUni Innsbruck ist vorerst beigelegt. Die Frage ist, ob die zwischen Universitätsleitung und Minister beschlossenen Maßnahmen für eine nachhaltige Lösung ausreichen?

Erst kürzlich hatte der Rektor der Medizinischen Universität Innsbruck (MUI), Herbert Lochs, dem Ministerium für Wissenschaft und Forschung die Rute ins Fenster gestellt. Er kündigte die Streichung der Wochenend- und Nachtdienste in der Uniklinik für den Fall an, dass die im MUI-Budget 2012 klaffende Finanzierungslücke von 5,5 Millionen Euro nicht mit Bundesmitteln geschlossen wird. Karlheinz Töchterle warf dem Management der MUI „mangelnde Planungsfähigkeit“ vor. Die Wogen gingen hoch, die Verunsicherung innerhalb der Ärzte- und Patientenschaft wuchs. Unter diesem Druck einigten sich Bund und Universitätsführung in einem „Gipfelgespräch“ nun auf eine Kompromisslösung. Der Bund deckt drei Viertel des Budgetlochs mit einer Finanzspritze ab und verwendet dazu Mittel aus Rückstellungen zur Begleichung des klinischen Mehraufwands sowie aus noch nicht getätigten Investitionen der MUI. Der Rest wird durch Sparmaßnahmen der MUI abgedeckt. „Synergieeffekte“ sollen durch Kooperationen mit der Universität Innsbruck und dem Land Tirol ausgelotet werden. Töchterle bezeichnete das Verhandlungsergebnis als „tragfähige Lösung“. Vertreter der Belegschaft und des Landes bleiben zurückhaltender. Sie sehen zwar einen Schritt in die richtige Richtung, verlangen darüber hinaus aber strukturelle Änderungen, damit nicht nur die Symptome bekämpft, sondern auch deren Ursachen behoben werden.

Toechterle_  Schiessling_  Tiefenthaler_ 

Standpunkt 1
Maßnahmenpaket geschnürt
"Derzeit gibt es beim klinischen Mehraufwand keine ausreichend transparente Finanzierung"
Dr. Karlheinz Töchterle Wissenschafts- und Forschungsminister
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Standpunkt 2
Symptombekämpfung geglückt, und jetzt?
"Die Krisenintervention ist gelungen. Eine Gesamtlösung mit Einbeziehung des Landes steht noch aus."
Gabi Schiessling Vizepräsidentin des Tiroler Landtags, Gesundheitssprecherin der SPÖ
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Standpunkt 3
Verhandlungen notwendig
"Die Einigung stellt nur eine Zwischenlösung dar. Die grundlegende Problematik bleibt bestehen".
Prof. Dr. Martin Tiefenthaler Vorsitzender des Betriebsrats des wissenschaftlichen Personals an der Meduni Innsbruck
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Von V. Weilguni, Ärzte Woche 8 /2012

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