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Gesundheitspolitik 24. April 2009

Schweiz: Gebühr pro Arztbesuch?

Ärzte stehen der Einsparungs-Idee skeptisch gegenüber.

Um den Anstieg der Gesundheitskosten zu bremsen, wartet das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in Bern mit einer neuen Idee auf: Vor einer Behandlung beim Arzt soll der Patient eine Gebühr aus der eigenen Tasche bezahlen. Ärzte wollen die höchstens für Bagatellfälle auf Notfallstationen akzeptieren.

 

„Wir wollen eine Gebühr für ambulante Behandlungen in der Größenordnung von dreißig Franken einführen“, sagte Peter Indra, BAG-Vizedirektor, in einem in der Gratiszeitung .ch erschienenen Interview. Ziel sei es, dass die Leute zuerst in die Apotheke und erst danach, wenn nötig, zum Arzt gingen.

Der Ärzteverband FMH teilte mit, dass eine solche Gebühr höchstens für Patienten eingeführt werden sollte, die wegen Bagatellen die Notfallstation eines Spitals aufsuchen würden, statt sich an ihren Hausarzt zu wenden. Mit dem Selbstbehalt und der Franchise bestünden bereits heute zwei bewährte Mittel, die unnötige Arztbesuche vermindern beziehungsweise vermeiden würden, teilte die FMH weiter mit. Bei einer neuen Gebühr sei zu befürchten, dass Patienten zu spät einen Arzt aufsuchen. Konsumentenschützer stehen der Idee grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber, allerdings träfe diese Maßnahme Menschen mit niedrigem Einkommen. Zuerst sollten andere Sparmaßnahmen geprüft werden – etwa bei den Medikamentenpreisen.

APAMED / IS , Ärzte Woche 17/2009

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