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Foto: Hans-Joachim Schneider / photos.com
 
Gesundheitspolitik 18. Februar 2012

Süße Versuchung: Die Dosis macht das Gift

Stevia ist seit Dezember letzten Jahres in der EU unter der Bezeichnung „Lebensmittelzusatzstoff E 960“ als Süßungsmittel in der Industrie mit Einschränkungen zugelassen. Im Haushalt ist „alles“ erlaubt.

Stevia hat eine zweihundert- bis dreihundertfach höhere Süßkraft als Saccharose und keine Kalorien. Für Menschen mit Diabetes könnte der neue Süßstoff eine Alternative zu Haushaltszucker und synthetischen Süßstoffen darstellen. Nur bedingt empfehlen aber die Deutsche Diabetes-Hilfe und der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) Stevia für Diabetiker, da eine Überdosierung mit unklaren Folgen leicht möglich ist.

Die Europäische Kommission hat Steviolglycoside, kurz „Stevia“, als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen. Es wird aus der Pflanze Stevia rebaudiana gewonnen, die auch als „Süßkraut“ oder „Honigkraut“ bekannt ist. Stevia wird nach dem Verzehr nicht als Nährstoff über Magen und Darm in den Blutkreislauf aufgenommen, sondern gelangt erst im Dickdarm über die Pfortader in die Leber, wird dort umgewandelt und als Steviolglucuronid über den Harn ausgeschieden.

Steviolglycoside sind als Lebensmittelzusatzstoff E 960 unter anderem in Speiseeis, Zubereitungen aus Obst und Gemüse, Konfitüren und Gelees, Süßwaren oder Knabbereien auf Kartoffel-, Getreide-, Mehl- oder Stärkebasis erlaubt. Stevia ist im privaten Haushalt als Flüssigkeit, Pulver oder Tablette anwendbar. Unmittelbar nach der Zulassung kam bereits das erste mit Stevia gesüßte Erfrischungsgetränk auf den Markt.

Unsere Standpunkte
 Prof. Dr. Monika Lechleitner Ärztliche Direktorin am LKH Hochzirl und Vorstandsmitglieder in der Österreichischen Diabetes Gesellschaft Martina Backhausen Diätologin und Ernährungs- beraterin der Plattform www.ijoule.com  
 

Standpunkt 1

"Stevia wird keine Lösung für das Adipositasproblem sein, kann aber individuell helfen, Kalorien einzusparen".


Standpunkt 2

  "An einem maßvollen Umgang mit Zucker führt
trotz Stevia kein Weg vorbei, denn es geht darum dem Wunsch nach Süßem im Griff zu haben".

Wünschenswert ist grundsätzlich eine Einschränkung der Zufuhr an süßen Lebensmitteln mit einem hohen Fettanteil und wenig Vitaminen.

Die Süßkraft von Stevia, die
200 bis 300-fach stärker als bei Zucker ist, ist beeindruckend. Aber die Produkte im Handel sind keine "reinen Naturprodukte". 

Prof. Dr. Monika Lechleitner, Ärztliche Direktorin am LKH Hochzirl und Vorstandsmitglieder in der Österreichischen Diabetes Gesellschaft.
 
Martina Backhausen, Diätologin und Ernährungsberaterin der Plattform www.ijoule.com

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Von R.Haiden, Ärzte Woche 7 /2012

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