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Gesundheitspolitik 9. Februar 2012

Nachfolger Steinhart: "Ich bin ein Anwalt der Ärzte"

Johannes Steinhart bestätigt, dass er bei der Wiener Ärztekammerwahl als Spitzenkandidat der "Vereinigung Österreichischer Ärzte" antreten wird. Im Gespräch zeigte er sich optimistisch, dann auch zum Wiener Präsidenten gewählt zu werden. Ob er danach auch Präsident der Österreichischen Ärztekammer werden könne, ist für ihn derzeit eine "hypothetische" Frage, jetzt darüber zu spekulieren wäre "höchst unseriös".

 

Es besteht Verhandlungsbedarf


Da in Wien mehr als ein Dutzend Listen zur Kammerwahl antreten, könnten die fraktionellen Gespräche nach der Wahl schwierig werden, so Steinhart. Er gesteht einen "gewissen Verhandlungsbedarf" ein, wolle aber "mit einem guten Vorsatz" in die Gespräche gehen. Er wolle sich auf die Sache und die Fachpolitik konzentrieren und nicht auf ein "fraktionelles Gerangel". Wichtig sei es ihm, möglichst alle Bereiche unter einen Hut zu bringen. Zu seiner als ÖVP-nahe geltenden "Vereinigung Österreichischer Ärzte" stellte Steinhart fest, dass dies unabhängig und er selbst kein Parteimitglied sei.


Hardliner in Sachen ELGA


Das ihm zugeschriebenen Attribut des "Hardliners" stört Steinhart nicht. Wenn er als Hardliner bezeichnet werde, weil er konsequent für seine Meinung eingetreten sei, "dann stehe ich dazu". Gerade bei seinem entschiedenen Eintreten gegen die geplante Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) könne er seine Meinung auch begründen.

Und zu der Kampagne, die Gesundheitsminister Alois Stöger als Totengräber dargestellt und mit Nacktbildern operiert hat, stellte Steinhart fest, "wir mussten provozieren", sonst wäre man nicht gehört worden. Bei der vom Ministerium vorgelegten Kosten-Nutzen-Analyse für ELGA habe die Ärztekammer Fehler gefunden, der Minister habe aber bisher ein Gespräch darüber verweigert.


Hohe moralische Vorgabe


Grundsätzlich hält Steinhart seine Gesprächsbasis mit der Politik und mit der Sozialversicherung aber für gut. Vor allem mit dem früheren Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse, Franz Bittner, aber auch mit dessen Nachfolgerin Ingrid Reischl habe immer ein gutes Einvernehmen geherrscht. Er selbst habe nie das Gespräch verweigert.


Die Funktion des Präsidenten sieht Steinhart als "Anwalt der Ärzte". Es sei eine "dienende Funktion gegenüber den Kollegen", bei der es um die Vertretung der Ärzte in allen ihren Anliegen gehe. Dass er von Dorner und von seiner Fraktion ausgewählt wurde, empfindet Steinhart als "große Ehre".  Von Dorner habe er sehr viel gelernte, der scheidende Präsident sei immer Mensch und Arzt geblieben und habe so eine "hohe moralische Vorgabe" gelegt. Auch der Linie Dorners, immer die gesamte Ärzteschaft zu vertreten, fühlt sich Steinhart verpflichtet.

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