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Foto: Privat
Prim. Prof. Dr. Alfred Engel, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie
 
Gesundheitspolitik 24. April 2009

Mindestfrequenzen sind ein wesentlicher Qualitätsfaktor.

Das Folgende ist auch auf andere medizinische Fächer umlegbar:

Eine optimale Versorgung verlangt nach orthopädischen Abteilungen in Schwerpunktkrankenhäusern. Seltenere Krankheitsbilder (Kinder-, Wirbelsäulenorthopädie ...) sind an integrierten Zentren in diesen Spitälern zu versorgen.

Elektive Orthopädie soll dort passieren, wo sie qualitativ optimal und ökonomisch erbracht werden kann. Wird orthopädische Chirurgie „nebenbei“ in chirurgischen oder unfallchirurgischen Abteilungen betrieben, führen geringe Fallzahlen zum Nichterreichen der Lernkurve, zu mehr Fehlern und Komplikationen und durch Steigen der Co-Morbität zu teuren Wiederaufnahmen, die vermeidbar wären. So braucht es auch eine Ressourcenverschiebung, bei der die Orthopädie einen höheren Stellenwert bekommt.

Die Österreichische Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie hat sich bei der Erarbeitung zum Österreichischen Strukturplan ÖSG für Mindestfrequenzen ausgesprochen. Metastudien zeigen, dass hohe Frequenzen – ebenso in verschiedenen Fächern – statistisch signifikant geringere Mortalitätsraten bewirken. Andere Analysen zeigen deutliche Zusammenhänge zwischen der Höhe der Frequenz und der Zahl auftretender Komplikationen bei verschiedenen Eingriffen. Weitere Auswirkungen sind längere Verweildauern und ökonomische Belastungen.

In Deutschland verlangen die Kassen bestimmte Mindestfrequenzen an Spitälern, damit Leistungen bezahlt werden. Das wäre auch in Österreich wünschenswert. Weiters sollte für alle Fächer gelten, dass die Zahl von durchgeführten Operationen offengelegt wird. Es kann nicht so sein: Einmal die Ausbildung gemacht bedeutet automatisch, dass ich etwas ohne die entsprechende Routine jederzeit tun darf.

Ebenso wichtig ist: Mindestfrequenzen haben nicht nur für die Outcome-Qualität eine hohe Bedeutung, sondern sind auch Voraussetzung für das Funktionieren von Ausbildungssystemen in den Krankenhäusern.

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Fallzahlen zählen für die Erreichung guter Ergebnisse

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Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher , Ärzte Woche 17/2009

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