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Foto: Privat
Prim. Prof. Dr. Rudolf Roka, Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Chirurgie (ÖGC)
 
Gesundheitspolitik 24. April 2009

Es gibt auch regionale Versorgungsaufträge.

Selbstverständlich haben auch kleine Spitäler ihren regionalen Versorgungsauftrag. Naturgemäß kann dabei nicht das gesamte Spektrum der Chirurgie abgedeckt werden, vor allem was komplexe und aufwändige Eingriffe betrifft. Dabei geht es nicht nur um die Erfahrung des Chirurgen, sondern auch um die Ausstattung des Krankenhauses und die Verfügbarkeit essenzieller Einrichtungen rund um die Uhr.

Für einzelne Hochrisiko-Eingriffe, und ausschließlich für diese, konnte der positive Zusammenhang zwischen Patientenaufkommen und Ergebnisqualität bewiesen werden.

Die ÖGC entwickelte deshalb 2005 für vier wichtige Hochrisiko-Eingriffe Mindeststandards, die auch Fallzahlen umfassen: Resektionen bei Ösophagus- und Kardiakarzinom, große Leberresektionen, resezierende Eingriffe am Pankreas sowie Rektumresektion bei Tumoren des unteren Darmdrittels.

Die ÖGC und der Berufsverband Österreichischer Chirurgen haben außerdem als Beitrag zur Qualitätssicherung in Kooperation mit dem ÖBIG beschlossen, die Zahl der ungeplanten Re-Eingriffe innerhalb von 14 Tagen nach der Operation zu erheben. Das ist ein weiterer Schritt in Richtung der Erhebung und Dokumentation medizinischer Ergebnisqualität.

Keine Frage: Ob es ein Spital gibt und was es bietet, ist auch abhängig davon, wie stark sich regionale Politiker engagieren. Aber ebenso klar ist, dass es viele Spitäler mit regionalem Versorgungsauftrag gibt. Der Bedarf sollte in einem generellen und überregionalen Plan und den Erfordernissen des Landes angepasst und festgelegt werden.

Sicherlich wäre die stärkere Implementierung von Riskmanagement im Spitalswesen generell wichtig. Dabei sollten Beiträge zur fairen Transparenz geleistet werden, indem Daten darüber veröffentlicht werden, wie viele Patienten wo und wie behandelt werden bzw. welche Fehler dabei auftreten. Dabei muss aber deutlich zwischen elektiven und akuten Fällen differenziert werden – das geschah gerade in der aktuellen Diskussion nicht.

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Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 17/2009

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