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Gesundheitspolitik 6. Februar 2012

Wachsendes "Gedränge" in den Wartezimmern

Das "Gedränge" in den Wartezimmern der österreichischen Ärzte steigt: Seit dem Jahr 2000 hat die Zahl der Einwohner von 8,011.556 Personen auf 8,387.742 (2010) zugenommen. Gleichzeitig sank die Zahl der niedergelassenen Ärzte mit Kassenvertrag von 8.491 auf 7.638. Kamen im Jahr 2000 rund 944 Einwohner auf einen Kassenarzt, waren es im Jahr 2010 bereits 1.098 Einwohner.

Zank um Wartezeiten

Das ergab eine aktuelle Analyse der Österreichischen Ärztekammer. Wartezeiten in den Ordinationen von Allgemeinmedizinern selbst und erst Recht die Wartezeiten auf Termine bei niedergelassenen Fachärzten sorgen seit Jahren immer wieder für Diskussionen - auch für solche über "Zwei-Klassen-Medizin".

Die Statistiker der Österreichischen Ärztekammer wollten dem Phänomen auf den Grund gehen und stellten die Bevölkerungsentwicklung zwischen 1990 und 2010 den Daten des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger über die Zahl der Ärzte mit Kassenvertrag im gleichen Zeitraum gegenüber.

Statistik "u-förmig"

Generell gab es laut den Daten zwischen 1990 und dem Jahr 2000 eine Ausweitung der Zahl der Vertragsärzte, seither jedoch eine Verringerung. Die Ärztekammer in ihrer Analyse: "Überwiegend zeigen sich durchhängende, U-förmige Kurvenverlaufe und somit eine relative Verbesserung um das Jahr 2000 und danach eine Rückkehr zur Versorgungsdichte der (19)90er(Jahre, Anm.)."

In den vergangenen 20 Jahren wurde zunehmend ein an die hundertprozentige Versorgungsdeckung der sozialen Krankenkassen unter der Bevölkerung erreicht. Auf der anderen Seite verringerte sich durch die demografische Entwicklung der Anteil der gesünderen, jüngeren Menschen in Richtung der älteren und häufiger chronisch Kranken. So nahm die Zahl der unter 14-Jährigen in Österreich im Beobachtungszeitraum allein um rund 50.000 ab.

Verringerte Ärztedichte

Das Ergebnis der Bevölkerungsentwicklung versus der für die medizinische Versorgung der breiten Bevölkerung außerhalb der Krankenhäuser entscheidenden niedergelassenen Ärzte mit Kassenvertrag sind seit dem Jahr 2000 immer größere Patientenzahlen, die auf eine Kassenordination kommen. Dies wird in der Analyse der Österreichischen Ärztekammer festgestellt.

1990: 1.014 Einwohner pro Kassenarzt
1995: 1.004 Einwohner pro Kassenarzt
2000:    944 Einwohner pro Kassenarzt
2005: 1.010 Einwohner pro Kassenarzt
2010: 1.098. Einwohner pro Kassenarzt

Situation bei Allgemeinmedizinern

Bei den Allgemeinmedizinern stieg die Ärztedichte von 1.804 Einwohnern pro Kassenmediziner bis zum Jahr 2000 auf 1.787 Menschen je Arzt, um dann bis zum Jahr 2010 auf 2.046 Einwohner pro Kassen-Allgemeinmediziner abzufallen.

Die Autoren der Analyse: "Generell zeigt sich, dass die Vertragszahlen der Paragraf-2-Kassen (Gebietskrankenkassen und Kassen, die an deren System angekoppelt sind, Anm.) ab 2001 stagnieren und die Kassenverträge aller Kassen sogar rückläufig sind."

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