zur Navigation zum Inhalt
 
Gesundheitspolitik 6. Februar 2012

Tauziehen um Finanzloch an Innsbrucker Med-Uni

Minister attackiert Management: "Mangelnde Planungsfähigkeit"


Das Tauziehen zwischen Wien und Innsbruck um das Finanzloch der Tiroler Med-Uni dauert an. Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle warf in der Samstagsausgabe der "Tiroler Tageszeitung" dem Management "mangelnde Planungsfähigkeit" vor.

Rektor Herbert Lochs wies diese Kritik gegenüber ORF Radio Tirol zurück. In vierteljährlichen Gesprächen mit dem Ministerium werde laufend der Fortschritt untersucht. Wenn hier eine Fehlplanung gewesen wäre, wäre dies dem Ministerium aufgefallen, betonte Lochs.


Keine fachärztlichen Nachtdienste


Für den Rektor ist der sogenannte "Klinische Mehraufwand" das Problem. Deshalb würde der Med-Uni auch das notwendige Geld für Ärzte und Dienste fehlen. Lochs hatte zuletzt wegen der ausstehenden Finanzzusage vonseiten des Bundes die Einstellung der fachärztlichen Nacht- und Wochenenddienste von Bundesärzten ab 1. April angekündigt.

Komme es bis Ende Februar zu einer Zusage, trete der Beschluss nicht in Kraft. Der Med-Uni fehlten für das laufende Jahr 5,4 Millionen Euro. Durch die jetzt angedachten Maßnahmen könnten rund fünf Millionen Euro eingespart werden.


Krankenhäuser sind Ländersache


Es sei zunehmend unerträglich, dass die Medizin-Uni glaube, dass der Bund jedes Loch stopfe, das durch "mangelnde Planungsfähigkeit entsteht", wurde Töchterle zitiert. So habe die Med-Uni die Kosten für den Kollektivvertrag und jene für das neue Biozentrum falsch berechnet. Töchterle kritisierte zudem "ständig neuen Zahlen", allein in einer Woche sei das Finanzloch von 4,9 auf 5,5 Mio. Euro gestiegen.

"In der Verfassung heißt es klar, dass die Krankenhäuser von den Ländern zu finanzieren sind", betonte der aus Tirol stammende Minister. Reichten die Steuereinnahmen dafür nicht aus, sei das über den Finanzausgleich zu regeln und nicht auf Kosten des Wissenschaftsministeriums.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben