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Gesundheitspolitik 1. Februar 2012

Demos: Gesundheitsbereich nicht krank sparen

"Wir können nicht zulassen, dass der gesamtgesellschaftlich so wichtige Gesundheits- und Sozialbereich krank gespart wird", betonten die Gewerkschaftsvertreter anlässlich der heutigen Demonstrationen in Wien, Linz, Graz und Klagenfurt.

"Scheinheiliges" Angebot 


Nach mehreren Verhandlungsrunden verweigern die Arbeitgeber den Beschäftigten sowohl beim BAGS-Kollektivvertrag (Berufsvereinigung von Arbeitgebern für Gesundheits- und Sozialberufe) als auch beim Caritas-Kollektivvertrag nach Angaben der Arbeitnehmerertreter eine faire Einkommenserhöhung. Die Angebote liegen nach wie vor unter der Teuerungsrate, die im Jahresschnitt 2011 bei 3,3 Prozent lag. Steinkellner: "Wir zeigen die Scheinheiligkeit auf, der die Beschäftigten ausgesetzt sind."

Wirtschaftliche Grenzen erreicht

Das Arbeitgeberangebot sieht eine Erhöhung des Grundgehalts um 2,56 Prozent plus 11,1 Euro vor, bei den Zulagen bieten die Arbeitgeber eine Erhöhung um 3,05 Prozent an. "Wir versuchen mit aller Kraft, einen fairen Kollektivvertragsabschluss für die Bediensteten des privaten Gesundheitssektors zu ermöglichen", meinte hingegen Mag. Werner Fischl, Vizepräsident des Verbandes der Privatkrankenanstalten Österreichs gestern, "obwohl wir mit unserem letzten Angebot bereits an unsere wirtschaftlichen Grenzen stoßen."

Keine Leistung zu Dumpingpreisen


In den vergangenen Jahren ist der Arbeitsdruck im privaten Gesundheits- und Sozialbereich enorm angestiegen. Die Organisationen und Vereine kalkulieren mit äußerst knappen Personalressourcen, laufendes Einspringen gehört für viele Beschäftigte zum Arbeitsalltag. Trotz harter Arbeit liegt die Entlohnung um 17 Prozent unter dem branchenübergreifenden Durchschnitt. "Diese Leistung gibt es nicht zu Dumpingpreisen", verlangt Steinkellner einen fairen Kollektivvertragsabschluss.

Die großen Arbeitsgeber


Der BAGS-Kollektivvertrag gilt für rund 90.000 Beschäftigte aus dem privaten Sozial- und Gesundheitsbereich, der Caritas-Kollektivvertrag für die rund 12.000 Beschäftigten der Caritas. Große Arbeitgeber in der BAGS sind beispielsweise das Österreichische Hilfswerk, die Lebenshilfe Österreich, die Volkshilfe, Caritas Socialis, das Kuratorium Wiener Penionisten Wohnhäuser, das Berufliche Bildungs- und Rehabilitationszentrum (BBRZ) oder die Jungarbeiterbewegung.

Weitere Vertragsverhandlungen


Die Kollektivvertragsverhandlungen mit der Berufsvereinigung der Arbeitgeber im Gesundheits- und Sozialbereich (BAGS) werden am 20. Februar fortgesetzt, jene mit der Caritas am 22. Februar. Sollte es bei diesen Terminen zu keiner Einigung kommen, ist mit weiteren gewerkschaftlichen Maßnahmen zu rechnen.

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