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Gesundheitspolitik 30. Jänner 2012

Kassen-Arzneimittel: Steigerung um 2,3 Prozent

Die Ausgaben für Arzneimittel, die im Jahr 2011 auf Kassenrezept und somit auf deren Rechnung in den österreichischen Apotheken abgegeben wurden, sind um 2,3 Prozent gestiegen. Im Jahr 2010 hatte dieser Anstieg 0,9 Prozent betragen.

85 Prozent des Marktes

Im zweiten Jahr hinter einander lag die Steigerung damit unterhalb der Jahres-Inflationsrate. Diese hat im Jahr 2011 in Österreich 3,3 Prozent betragen", teilte jetzt Leopold Schmudermaier, Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer mit. "Wir haben mit unseren derzeit 1.290 öffentlichen Apotheken einen Anteil von 85 Prozent des Marktes von Arzneimitteln auf Kassenrezept. Unter Bereinigung um die Inflationsrate sind die Kosten für die Krankenkassen real erneut zurückgegangen", erklärte der Standesvertreter.

Medikamente für 2,2 Milliarden Euro

Insgesamt wurden im Jahr 2011 in Österreich über die öffentlichen Apotheken Medikamente per Kassenrezept für 2,252 Milliarden Euro abgegeben. Im Jahr 2010 hatten diese Kosten für Krankenkassen um 56 Millionen Euro weniger (2,196 Milliarden Euro) betragen. Im Jahr 2009 hatte es eine Steigerung bei den Arzneimitteln auf Kassenrezept um 1,9 Prozent gegeben, im Jahr 2008 um 7,9 Prozent.

Abgegebene Packungen

Auch bei den abgegebenen Arzneimittelpackungen gab es wenig Veränderungen. Schmudermaier: "Hier war die Steigerung mit plus 0,4 Prozent bei den Packungszahlen ganz gering." Im Jahr zuvor war gar ein Rückgang um 0,2 bis 0,3 Prozent registriert worden.

Weiterhin entwickelt sich der Apothekenmarkt für von den Krankenkassen erstattete Arzneimittel vor allem infolge der Einführung von Innovationen, die einen höheren Preis haben. Das ergibt sich aus dem Zuwachs der Kassenumsätze in den Apotheken um 2,3 Prozent im vergangenen Jahr bei einem Volumenzuwachs von nur 0,4 Prozent.

Pharma-Industrie

Laut dem Generalsekretär des Verbandes der pharmazeutischen Industrie (Pharmig), Jan Oliver Huber, betrug dieser Zuwachs allerdings im Endeffekt nur 1,6 Prozent, weil im Jahr 2011 erstmals die Kosten für die Arzneimittel von Mindestsicherungsbeziehern "über die Bücher" der sozialen Krankenkassen liefen.

"Bis dahin zahlten die Bundesländer für diese Menschen direkt. Jetzt zahlen die Bundesländer an die Krankenkassen. Was fehlt, begleicht der Bund", sagte Huber am Freitag. Ehemals seien diese Kosten nur nicht in via Abrechnung über die Krankenkassen aufgeschienen. Es handle sich um kein echtes Marktwachstum.

Umstellung im Vorjahr

Diese Umstellung im vergangenen Jahr hätte zwischen 0,6 und 0,7 Prozent der von der Apothekerkammer bekanntgegebenen Steigerung um 2,3 Prozent ausgemacht. Huber: "Wir hatten damit im zweiten Jahr in Folge bei einer Inflationsrate von 3,3 Prozent einen realen Rückgang. Den Krankenkassen hilft diese Quasi-Stagnation enorm."

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