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Gesundheitspolitik 27. Jänner 2012

Reformbedarf: "Ja! Aber … "

Gefragt nach dem Budgetbereich mit dem vordringlichsten Reformbedarf, nennen die Österreicher trotz höchster Wertschätzung zuallererst das Gesundheitssystem.

Die Debatten um Form, Umfang und konkrete Ausgestaltung einer Gesundheits- und Spitalsreform wogen hin und her. Darüber, dass kein Weg daran vorbeiführt, herrscht weitgehend Konsens. Wie viel man wo und wie einsparen kann, darüber gehen die Meinungen politisch weit auseinander. Während die Bundes-ÖVP etwa glaubt, ein Einsparungspotenzial von 1,8 Milliarden Euro entdeckt zu haben, spricht die Reformkommission der Bundesländer von einer „Dämpfung der Kostensteigerung“ als Zielsetzung. Bundesminister Stöger will nun Dynamik in die Verhandlungen um eine Spitalsreform bringen.

Bis Ende Februar erwarte er eine grundsätzliche Einigung, ließ er verkünden. Vor diesem politischen Hintergrund veröffentlichte der Hauptverband eine GfK-Umfrage zur Meinung der Österreicher über ihre Gesundheitsversorgung. Die Ergebnisse fielen unterschiedlich aus, trotzdem erachten 82 Prozent der Österreicher eine Gesundheitsreform für notwendig. Einen so hohen Prozentsatz erreichten weder Pensions- noch Schul- oder Verwaltungsreform. Die Forderung nach einer Gesundheitsreform entspringt aber nicht einer Unzufriedenheit mit dem System. 85 Prozent halten das Gesundheitssystem sogar für eines der besten in Europa. Besonders positiv beurteilt werden dabei Haus- und Vertrauensärzte. Kritik wird auch geübt, vor allem an „unnötigen Doppeluntersuchungen“ und fehlender Abstimmung zwischen den medizinischen Bereichen.

Dr. Josef Moser Präsident des Rechnungshofs  Dr. Gerald Bachinger Sprecher der Österreichischen Patientenanwälte  Dr. Reinhold Glehr Präsident der Österreichischen Ges. für Allgemeinmedizin

Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

Standpunkt 1
"Zersplitterte Kompetenzen"
Wir geben zu viel Geld für die stationären Strukturen aus und haben zu wenige Ressourcen für die ärztliche Versorgung.
Dr. Josef Moser, Präsident des Rechnungshofs
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Standpunkt 2
"Unzureichende Grundversorgung"
Unser Gesundheitswesen laboriert an der Fragmentierung und dem Nebeneinander von stationärem und niedergelassenem Bereich.
Dr. Gerald Bachinger, Sprecher der Österreichischen Patientenanwälte
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Standpunkt 3
"Hausarzt wertschätzen"
Entscheidungen des OGH haben die Absicherungsmedizin vor allem bei primären Kontakt mit dem stationären Bereich verstärkt.
Dr. Reinhold Glehr, Präsident der Österreichischen Ges. für Allgemeinmedizin
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Von V. Weilguni, Ärzte Woche 4 /2012

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