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Gesundheitspolitik 21. Dezember 2011

Erste Entlastung von Spitalsambulanzen

Vorarlberg startet ein Pilotprojekt: An zwei Spitälern werden neue Strukturen in den Ambulanzen getestet. Zusätzlich soll eine landesweit einheitliche Rufnummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst für ein Umdenken bei den Patienten sorgen. Darauf haben sich heute die Mitglieder der Landesgesundheitsplattform verständigt.

 

Mit den Projekten reagieren Land, Gebietskrankenkasse und Ärztekammer auf den Umstand, dass sehr viele Patienten in Vorarlberg ohne Termin, Überweisung oder Notfall die kostenintensive Ambulanz-Versorgung in Anspruch nehmen. Eine 2010 durchfgeführte Studie belgt, dass jährlichrund 125.000 Menschen direkt in die Ambulanzen gehen. Von diesen hätten 65 Prozent genauso gut im niedergelassenen Bereich behandelt werden können.

Modellversuche in Bregenz und Dornbirn

In den Entlastungsprojekten am LKH Bregenz und beim KH Dornbirn sollen künftig all jene Personen, die ohne Zuweisung eines Haus- oder Facharztes die Ambulanzen selbständig aufgesucht haben, vom medizinischen Personal erstbegutachtet werden.

Dabei werden bei Bedarf weitere Schritte eingeleitet, zum Beispiel die Zuweisung an einen verfügbaren niedergelassenen Arzt zur Behandlung oder die weitere Betreuung durch eine Fachambulanz im Krankenhaus.

In Dornbirn ist die Einrichtung einer Triageordination angedacht, an der niedergelassene Ärzte in die Erstbegutachtung einbezogen werden. Eine endgültige Entscheidung über die konkrete Ausgestaltung des Modells fällt erst nach noch notwendigen Abklärungen zwischen dem Rechtsträger des KH Dornbirn und den Systempartnern.

141 - ab Ende Jänner im Probebetrieb

Zusätzlich soll eine landesweit einheitliche kostenlose Rufnummer für ein Umdenken in der Bevölkerung sorgen. Eine einzige Anlaufstelle bietet im Vergleich zur aktuellen Situation eine Reihe von Vorteilen, so Landesrat Gögele: "Um den Bereitschaftsdienst-Arzt nicht unnötig zu beanspruchen, werden die Patienten an jene niedergelassenen Allgemeinmediziner (Hausärzte) verwiesen, die zum Zeitpunkt der Kontaktnahme reguläre Ordinationszeiten in Wohnortnähe anbieten.“

Eine vereinheitlichte Rufnummer wird den freiwilligen Bereitschaftsdienst der niedergelassenen Ärzte weiter optimieren, ist Ärztekammer-Präsident Michael Jonas überzeugt. Die Abwicklung des Dienstes übernimmt die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle. Die Kosten für die notwendige personelle Verstärkung werden anteilig vom Landesgesundheitsfonds und den Sozialversicherungsträgern getragen.

"Erfolgversprechende Schritte"

Gesundheitslandesrat Rainer Gögele spricht von "erfolgversprechenden Schritten in die richtige Richtung". Mit den Reformpoolprojekten könne neben der Entlastung der Spitalsambulanzen und damit des medizinischen Personals auch eine Optimierung der Termine in den Planambulanzen erreicht werden. "Effizienz und Qualität werden im Sinne der Patientinnen und Patienten weiter verbessert", zieht Gögele eine erfreuliche Zwischenbilanz.

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