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Gesundheitspolitik 14. Dezember 2011

Über das große „Jein“ zu ELGA

Die elektronische Gesundheitsakte ELGA entzweit die Ärztevertreter.

„Der Zickzackkurs von Präsident Dorner zu ELGA bringt enormen Schaden für die Ärzteschaft, daher hat die Vollversammlung der NÖ Ärztekammer mit großer Mehrheit beschlossen, Dr. Walter Dorner zum sofortigen Rücktritt aufzufordern“ – so lautet die Kernaussage einer Presseaussendung von ÄK NÖ-Präsident Reisner, die für gehöriges Aufsehen nicht nur in der Fachöffentlichkeit sorgte.

Dass sich ELGA als „Zankapfel“ zwischen und auch innerhalb verschiedener Interessensgruppen – ob es sich dabei um politische, standespolitische, wirtschaftliche oder Datenschutz-Institutionen handelt – bestens eignet, ist hinlänglich bekannt und auch in der Ärzte Woche gut dokumentiert. Eine offizielle Rücktrittsaufforderung der Ärzte an ihre oberste Vertretung bringt aber doch nochmals eine neue Dimension in den Konflikt.

Ausgangspunkt für den Beschluss der ÄK NÖ war offenbar ein öffentliches Lob von Bundesminister Stöger über das „eindeutige Bekenntnis aller Systempartner zur elektronischen Gesundheitsakte“ innerhalb der Bundesgesundheitskommission, der auch Dorner angehört. Viele Ärzte sehen sich nun in ihrer grundlegenden Kritik an ELGA nicht mehr entsprechend konsequent vertreten und proben den Aufstand. Die Ärzte Woche hat versucht, herauszufinden, wie weit die Standpunkte der Kontrahenten abseits von Schlagworten und markigen Sprüchen tatsächlich auseinander liegen.

MR Dr. Walter Dorner  Dr. Christoph Reisner

Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

Standpunkt 1
"Die E-Medikation kann medizinisch sinnvoll sein, die miserable Projektdurchführung hat der Hauptverband alleine zu verantworten."
Der Sinn von ELGA ist fraglich. Wenn, dann auf freiwilliger Basis von Patienten und Ärzten!
MR Dr. Walter Dorner, Präsident der Österreichischen Ärztekammer
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Standpunkt 2
"Wenn einerseits zugestimmt wird und andererseits Inserate gegen ELGA geschaltet werden, ist das eine Vehöhnung unserer Mitglieder."
Dr. Helga statt ELGA! Mehr Hausärzte statt elektronischer Bürokratie.
Dr. Christoph Reisner, Präsident der Ärztekammer Niederösterreich
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Von V. Weilguni, Ärzte Woche 50 /2011

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