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Gesundheitspolitik 6. Dezember 2011

Ärztefunktionäre im AKH "verantwortungslos"

"Die ÄrztInnenfunktionäre des Wiener AKH verbreiten Angst und Verunsicherung unter den PatientInnen", warnt die Gesundheitssprecherin der Grünen Wien, Sigrid Pilz, anlässlich der heutigen Pressekonferenz. "Die in diesem Zusammenhang geäußerte Drohung, dass Menschen zu Schaden kommen könnten oder gar um ihr Leben fürchten müssen, ist verantwortungslos", so Pilz.

Im internationalen Vergleich sei das Wiener AKH nämlich sehr gut personell ausgestattet. Auch habe sich in den letzten Jahren keine Ausweitung der erbrachten Leistungen feststellen lassen. Die Probleme seien vielmehr in unzulänglichen Strukturen und Abläufen begründet, so die Wiener Grünen in einer Aussendung heute.

 

"Insbesondere ÄrztInnen in Ausbildung und JungmedizinerInnen müssen die Hauptlast der Routinetätigkeiten tragen, während es Führungskräften möglich ist, mehreren lukriativen Nebenbeschäftigungen, wie etwa einer Privat-Ordination oder Behandlungen in Beleg-Spitälern, nachzugehen", so Pilz.

Einteilungssache des Rektors

Rektor Schütz sei dringend aufgefordert, die Diensteinteilungen so vorzunehmen, dass einerseits die Krankenversorgung und andererseits eine gerechte Verteilung der Arbeitsleistung unter den ÄrztInnen gewährleistet sei. "Es ist nicht einzusehen, dass komplizierte beziehungsweise chronische Erkrankungen vorwiegend zu finanziellen Lasten der Allgemeinheit behandelt werden, während lukrative Eingriffe privatisiert werden", so Pilz.

AKH-Debatte nicht für Kammerwahlen nützen

Darüber hinaus sei es grotesk und absurd, dass Rektor Schütz Informationen über die Einteilung der ärztlichen Dienstpläne gegenüber dem ärztlichen Direktor des AKH, Dr. Krepler, vorenthält. Die Begründung lasse tief blicken: Schütz schiebe, laut den Wiener Grünen, datenschutzrechtliche Gründe vor.

"Es ist aber unerlässlich, dass der ärztliche Direktor, der für die gesamte medizinische Versorgung der PatientInnen verantwortlich ist, eine umfassende Kenntnis über die Gestaltung der Dienstpläne hat", so Pilz. Abschließend appelliert Pilz an die ÄrztInnenfunktionäre, die bevorstehende Kammerwahl nicht dazu zu benützen, Probleme zu eskalieren und PatientInnen zu verängstigen.

OTS Wiener Grüne/AN

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