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Foto: ©iStockphoto.com/DanBrandenburg
 
Gesundheitspolitik 6. Dezember 2011

Reproduktionsmedizin: Mehr privat für den Staat?

Die KAGes denkt über eine mögliche Kooperation der Grazer „Kinderwunschambulanz“ mit privaten Anbietern nach.

Die steirische Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) hat gegenüber der Ärzte Woche zwar bestätigt, Kooperationsmöglichkeiten zwischen der öffentlichen Universitätsfrauenklinik am LKH Graz und privaten Anbietern auf dem Gebiet der Reproduktionsmedizin zu prüfen, kann aber die nun darüber entstandene öffentliche Aufregung nicht nachvollziehen und spricht von einem „Sturm im Wasserglas“. Zum einen gäbe es dazu bisher nur Überlegungen und noch keinerlei Beschlüsse, zum anderen seien ähnliche Modelle in Österreich und Deutschland bereits Realität und durchaus zum Nutzen beider Seiten.

Ausgelöst wurden die Diskussionen durch einen offenen Brief des Grazer Fortpflanzungsmediziners Hans-Peter Steiner, selbst privater Anbieter von In-vitro-Fertilisierung (IVF). Steiner spricht sich vehement gegen die Pläne der KAGes aus und sieht darin rein wirtschaftliche Überlegungen – „einen Auftrag der zuständigen Politik, Kosten sparen zu müssen“ –, die aus seiner Sicht aber auf Kosten der Patienten und der Forschung und Lehre gehen würden. Unterstützung erhält Steiner von den steirischen Grünen, die dazu auch bereits eine Initiative im Landtag eingebracht haben. Die KAGes sieht für die Bedenken jedenfalls keine Grundlage und versichert, dass Kooperationen nur dann kommen werden, wenn höchste Qualitätsparameter eingehalten werden, die Ausbildung der Jungmediziner sowie der Zugang zu allen Daten entsprechend geregelt sind.

Dr. Hans-Peter Steiner Inhaber und Ärztlicher Leiter des Instituts für In-vitro- Fertilisierung und Endokrinologie, Graz  Prof. Dr. Gernot Brunner Ärztlicher Direktor des LKH Graz  Landtagsabgeordnete Ingrid Lechner-Sonnek Gesundheitssprecherin „Die Grünen Steiermark“  

Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

Standpunkt 1
"Der KAges-Sparstift darf nicht die Zukunft der Reproduktionsmedizin in der Steiermark bestimmen."
Der Weg in die Zweitklassigkeit.
Dr. Hans-Peter Steiner, Inhaber und Ärztlicher Leiter des Instituts für In-vitro-Fertilisierung und Endokrinologie, Graz
> Standpunkt lesen

Standpunkt 2
"Die Qualitätssicherung auf höchstem Niveau und aktive Forschung und Lehre sind gewährleistet."
Vorteile durch Kooperationen.
Prof. Dr. Gernot Brunner, Ärztlicher Direktor des LKH Graz
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Standpunkt 3
"Es werden Wege eingeschlage, die mehr neue Probleme aufwerfen als alte zu beseitigen."
Recht auf öffentliche Versorgung.
Landtagsabgeordnete Ingrid Lechner-Sonnek, Gesundheitssprecherin "Die Grünen Steiermark"
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Von V. Weilguni, Ärzte Woche 49 /2011

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