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Scheintherapien und Placebo-Medikamente können heilsam sein. Dürfen Ärzte die Patienten auch in der täglichen Praxis mit ihnen täuschen?
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Scheintherapien und Placebo-Medikamente können heilsam sein. Dürfen Ärzte die Patienten auch in der täglichen Praxis mit ihnen täuschen?

 
Gesundheitspolitik 16. April 2009

Placebo: Aufklärung bleibt wichtig

Gerade in der Schmerztherapie könnten Scheinbehandlungen häufiger zum Einsatz kommen.

Die positiven Wirkungen von Placebos konnten schon in vielen Studien und Metaanalysen belegt werden. Scheinmedikamente beeinflussen auf neurochemischer Ebene das Gehirn, wenn es um Schmerz, Parkinson oder Depressionen geht, und wirken auf das Immun- sowie endokrine System. Placebos entfalten auch bei Operationen positive Wirkungen – inzwischen gibt es auch schon Erfolgsmeldungen mit Placebochirurgie. Die Frage ist: Wie lassen sich die positiven Einflüsse von Placebos noch stärker in der Alltags-Medizin nutzen?

Bislang ist die Bedeutung von Scheinmedikamenten oder -operationen eher auf klinische Studien beschränkt – und auch dort gibt es ethische Diskussionen, ob es überhaupt vertretbar ist, jemandem eine Scheinbehandlung zu geben. Aktuelle Erkenntnisse zeigen, dass bei der Behandlung von Schmerzen Placebos eine größere Bedeutung haben könnten, als sie es derzeit haben. Vor allem auch, wenn es um den effizienten Einsatz von Mitteln, die Reduktion von Dosierungen und auch der Steigerung der Lebensqualität geht.

Natürlich wird bei einem gut eingestellten Patienten nicht plötzlich ein Placebo eingesetzt werden können. Aber auch bei Kranken, bei denen schon viele therapeutische Ansätze ohne wirklich langfristigen Erfolg ausgetestet wurden, stellt sich eine grundlegende Frage: Wie kann über den Einsatz von Placebos informiert werden, ohne gleichzeitig deren Wirksamkeit aufs Spiel zu setzen? Andererseits dürfen klarerweise die Grundregeln einer ausführlichen Patienten-Aufklärung auch nicht verletzt werden.

Lesen Sie zu diesem Thema auch diese Standpunkte:

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher , Ärzte Woche 16/2009

  • Herr Medved Hnedy, 19.03.2012 um 13:43:

    „...wie GENAU stellen Sie sich das vor? Pazient nimmt ein Präparat das ihm bei Rheuma/Diabetesschmerzen gut hilft, damit schon beim Arzt war und sonst angemessen behandelt wird. Von JEDEM Apotheker und auch den ARTZT bekommt er gesagt das das "keine bewiesene wirkung hat" (in Leihensprache "du wirfst das Geld zum fenster raus"). Wenn der das ernst nimmt (nur eine frage der zeit bei dem druk der Autorität), verliehrt er sein vertrauen zu dem preäparat und warscheinlich auch die wirkung. Diesen pazienten wurde objektiv GESCHADET, denn er muss auf Schmerzmittel mit einen deutlich höheren Risiko umsteigen. So sagen Sie mir bitte, wie sie diesem Ausgang vorbeugen.

    Zweite Frage: hierhttp://www.medicine.ox.ac.uk/bandolier/band50/b50-8.html steht NNT für eine Grippe impfung soll so um 23 sein. Angenommen dass stimmt, wie soll ich den Pazienten beibringen das nur einer von 23 einen echten Effekt profitiert, wobei jegliche weitere Wirkung Placebo ist?“

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