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Gesundheitspolitik 29. November 2011

Trend bestätigt

Weniger Menschen infizieren sich weltweit mit HIV.

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem HI-Virus geht weltweit zurück. Im vergangenen Jahr haben sich etwa 2,7 Millionen Menschen mit HIV infiziert. 1997 waren es noch knapp 3,3 Millionen – knapp 20 Prozent mehr.

 

Das belegt der aktuelle UNAIDS-Bericht des HIV/Aids-Programms der Vereinten Nationen, der kürzlich in Berlin vorgestellt wurde. Demnach leben weltweit insgesamt 34 Millionen Menschen mit HIV oder Aids – 2008 waren es noch etwa 28,6 Millionen Menschen. 1,8 Millionen Menschen starben im Jahr 2010 an den Folgen der Aids-Erkrankung. Therapien haben nach Schätzungen von UNAIDS 700.000 weitere Tote verhindert. Bei Kindern unter 15 Jahren ging die Zahl der Todesfälle zwischen 2005 und 2010 um etwa 20 Prozent zurück.

Aufruf von Ärzte ohne Grenzen

Anlässlich des neuen Aids-Berichts ruft Ärzte ohne Grenzen die österreichische Bundesregierung dazu auf, „einen Beitrag zur Bekämpfung von Aids zu leisten“, wie es in einer Aussendung heiß. Dass dank internationaler Bemühungen mehr HIV-Infizierte vor dem Tod bewahrt werden konnten, sei ein großer Fortschritt, meint Mario Thaler, Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen Österreich: „Aber HIV-Programme müssen drastisch ausgeweitet werden, um die Epidemie einzudämmen. Die österreichische Bundesregierung sollte sich an der kürzlich vorgestellten Initiative der US- amerikanischen Regierung gegen HIV/Aids beteiligen und endlich einen Beitrag zum Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria leisten.“ Der Globale Fonds habe so große Geldnöte, heißt es weiter, dass bestehende Behandlungsprogramme in Ländern wie Simbabwe, Mosambik und der Demokratischen Republik Kongo von Kürzungen bedroht seien.

„Die Chancen standen noch nie so gut, den Umschwung im Kampf gegen Aids zu schaffen“, sagt Tido von Schoen-Angerer, Leiter der internationalen Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen. „Auch die Regierungen in einigen schwer betroffenen Ländern wollen die neuen Erkenntnisse nutzen, um den Trend bei der Ausbreitung der Aids-Epidemie umzukehren. Aber ohne Geld ist das alles nichts wert.“

ÄZ/PH/MSF, Ärzte Woche 48 /2011

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