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Gesundheitspolitik 23. November 2011

Laute Stimme gegen Föderalismus und für ELGA

Nicht zehn, sondern nur ein Krankenanstaltengesetz, Finanzierung nach Leistung und die Einführung von ELGA seien wesentliche Schritte zur Gesundheitsreform, so Clemens Auer, der zuständige Sektionschef im Gesundheitsministerium

Bundesweites Krankenanstaltengesetz

Für einen "Ausgabendämpfungspfad", also Festlegungen für eine
Kostenbremse ohne Qualitätsverlust im Gesundheitswesen, spricht sich
Auer außerdem aus. Ferner plädiert er für ein bundesweites Krankenanstaltengesetz anstelle von 10 Gesetzen - jedes Bundesland hat derzeit ein eigenes Gesetz. Eine sinnvolle Gesundheitsreform sollte weiters auf eine Finanzierung nach erbrachter Leistung  anstelle von unterschiedlichen Finanzströmen und Subventionen umstellen.

Es könne auch nicht sein, so der Spitzenbeamte, dass der Bund den Großteil der Finanzmittel aufbringt und die Länder vorrangig darüber verfügen. Hier müsse über eine "Reallokation der Mittel" mit dem Ziel der Kostenreduktion und der Gerechtigkeit bei der Mittelverteilung gesprochen werden.

ELGA "schadet nicht"

Die heftig diskutierte elektronische Plattform ELGA, in der die
medizinischen Daten der PatientInnen zusammengeführt werden, sollte
laut Clemens Auer möglichst bald eingeführt werden. "Mehr Wissen über
die Patienten schadet nicht, sondern nützt diesen und den Behandlern"
- sofern Datensicherheit und Zustimmung der Patienten gegeben sind,
so Auer.

Besonderer Steuerungsbedarf besteht laut Auer beim Ausgleich zwischen der stationären und der ambulanten Ebene. Besonders im Fachärztebereich bestünden Doppelgeleisigkeiten zwischen den Spitälern und den niedergelassenen Ärzten. Auer spricht sich in diesem Zusammenhang für Facharzt-Gruppenpraxen und selbstständige Ambulatorien aus.

Als Zeithorizont für die Umsetzung einer Gesundheitsreform sieht der Sektionschef die nächsten Jahre bis zu den Finanzausgleichsverhandlungen im Jahre 2014.

OTS/Arbeitsgemeinschaft der Ordensspitäler, springermedizin.at

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