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Foto: www.rettetdasakh.at / Ärzte-Woche-Montage
 
Gesundheitspolitik 27. November 2011

Rettet das AKH!

Der Rektor der MedUni Wien sieht sich zu personellen Einsparungen gezwungen. Die Ärzte sprechen vom bevorstehenden „Kollaps“. Wie ernst ist die Lage tatsächlich?

Um die finanzielle Situation des AKH, des größten Krankenhauses Mitteleuropas, steht es schlecht. 2011 wird ein Minus von knapp über neun Millionen Euro ausgewiesen werden. Von der Budgetmisere direkt betroffen sind die Ärzte sie sind Angestellte der Medizinischen Universität. Dem Rektor fehlen 30 Millionen Euro, 20 davon will er zukünftig beim Personal, der mit Abstand größten Budgetposition, einsparen. Ein absoluter Aufnahmestopp ist deshalb bereits in Kraft, ab 2012 sollen Dienststellen gestrichen und Nachtdienste reduziert werden.

Der Betriebsrat befürchtet massive Auswirkungen auf die Behandlungs-, Forschungs- und Lehrqualität und läuft gegen die Pläne Sturm. In einem offenen Brief an Wissenschaftsminister Töchterle ist etwa zu lesen: „Es ist absehbar, dass es zu dramatischen und besorgniserregenden Mängeln und damit zu einer Gefährdung der Sicherheit von PatientInnen kommen wird.“ Um dies zu verhindern, wurde seitens der Ärzteschaft sogar ein Verein namens „Rettet das AKH“ gegründet.

Er ruft private Geldgeber zu Spenden auf, um damit die fehlenden Personalstellen zu finanzieren und so das AKH als heimische Top-Adresse für Spitzenmedizin zu erhalten. „Die Menschen kommen ins AKH, weil rund um die Uhr Betreuung herrscht und die Qualität in Diagnostik und Therapie anerkannt gut ist, sagt Betriebsratsvorsitzender Szekeres, „ohne zusätzliche Mittel können wir das aber in Zukunft nicht mehr garantieren.“

Prof. Dr. Thomas Szekeres Vorsitzender des Betriebsrats für das wissenschaftliche Personal an der Meduni Wien, Vizepräsident der Wiener Ärztekammer  Mag. Friedrich Faulhammer Generalsekretär im Wissenschafts- und Forschungs- ministerium  Prof. Dr. Wolfgang Schütz Rektor der Medizinischen Universität Wien


Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

Standpunkt 1
"Weitere Einsparungen sind ohne weitreichende Konsequenzen für die Patienten nicht mehr möglich."
Kahlschlag am Wiener AKH.
Prof. Dr. Thomas Szekeres, Vorsitzender des Betriebsrats für das wissenschaftliche Personal an der MedUni Wien, Vizepräsident der Wiener Ärztekammer
> Standpunkt lesen

Standpunkt 2
"Das AKH ist immer mehr an der Allgemeinversorgung beteiligt - das ist nicht Aufgabe der MedUni."
Zusätzliche Ärztestellen finanzieren.
Mag. Friedrich Faulhammer, Generalsekretär im Wissenschafts- und Forschungsministerium
> Standpunkt lesen

Standpunkt 3
"Jeder Spielraum für Forschung und Lehre geht auf diese Weise verloren."
Personalkosten gestiegen.
Prof. Dr. Wolfgang Schütz, Rektor der Medizinischen Universität Wien
> Standpunkt lesen



 

 

Von V. Weilguni, Ärzte Woche 47 /2011

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