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Gesundheitspolitik 15. November 2011

AKH-Ärzte: Wir brauchen 30 Millionen pro Jahr

Ein besonderes Problem stellt die ständig steigende Zahl der Patienten im Wiener AKH dar, vor allem bei den ambulanten Behandlungen und am Wochenende sowie in den Abend- und Nachtzeiten - und das alles bei konstanten Ärztestellen.

 

"Die Menschen kommen ins AKH, weil rund um die Uhr Betreuung herrscht und die Qualität in Diagnostik und Therapie anerkannt gut ist. Gerade das aber können wir in Zukunft nicht mehr garantieren", erklärt Ingwald Strasser, stv. Vorsitzender des Betriebsrats für das wissenschaftliche Personal an der Medizinischen Universität Wien.

Dabei betreffen die Einsparungen alle Universitätsklinken und Abteilungen gleich, denn die Klinikleiter und Institutsvorstände wurden vom Rektor der Medizinischen Universität Wien, Wolfgang Schütz aufgefordert, mögliche Einsparungsmaßnahmen autonom vorzuschlagen.

Spitzenmedizin für ganz Österreich

Deren einhellige und ablehnende Erkenntnis: "Unsere Kernkompetenz und Hauptaufgabe ist die spitzenmedizinische Versorgung von schwer kranken und chronisch kranken Patienten, die uns mit komplexen Krankheitsbildern zum Teil aus ganz Österreich zugewiesen werden. Das setzt allerdings voraus, dass unsere Ärztinnen und Ärzte forschen und Jungmediziner ausbilden können.

Durch die bis heute fehlende Leistungsdefinition des AKH ist aber gerade die Erfüllung dieser Aufgaben im Rahmen der Sparmaßnahmen an allen Universitätskliniken gefährdet", so Arnold Pollak, Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde und Vorsitzender des Senats an der Medizinischen Universität Wien, dessen Abteilung selbst von den Einsparungsmaßnahmen stark betroffen wäre.

Basisstandards kosten 30 Millionen pro Jahr

Der Betriebsrat der Medizinischen Universität Wien hat daher bereits erste konkrete Maßnahmen beschlossen: "Es geht nicht an, dass die Patienten gefährdet werden, dass das Gesundheitssystem in Wien zusammenbricht und menschenunwürdige Zustände einreißen. Die Ärztinnen und Ärzte des AKH fordern deshalb den Wissenschaftsminister und die Finanzministerin ultimativ auf, die Medizinische Universität Wien mit deutlich mehr Geldmitteln - 30 Millionen Euro pro Jahr - auszustatten, und zwar gleich, um einen Kollaps zu verhindern. Denn nur so könnten zumindest Basisstandards in der Patientenversorgung, Lehre und Forschung erhalten werden", appelliert Szekeres.

Spenden als letzter Rettungsversuch

Seitens der Ärzteschaft wurde nun der Verein "Rettet das AKH" gegründet: "Wir haben bald keine andere Möglichkeit mehr, als zu privaten Spenden aufzurufen und die Medien zu ersuchen, mit uns gemeinsam Druck auf die Politik auszuüben. Es kann doch nicht sein, dass in einem reichen Land wie Österreich die medizinische Grundversorgung, aber auch die Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten, infrage gestellt wird", betont Szekeres. Die Spenden werden ausschließlich für die Sicherung von genügend Dienststellen und die Ausbildung von Studenten verwendet.

Aktion "Rettet das AKH"

Unter www.rettetakh.at wurde eine eigene Website eingerichtet, auf der über aktuelle Schritte und öffentliche Aktivitäten laufend informiert wird sowie Spenden und Beitrittserklärungen möglich sind.
Beitritte zum Verein sind auch unter E-Mail:  möglich.

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