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Gesundheitspolitik 14. November 2011

AKH: Kammer stellt sich hinter Ärzte

Dramatische Personaleinsparungen und Reduktion der Nachtdiensträder angeordnet - Das AKH steht vor dem Kollaps

Medizinische Universität Wien sieht sich aus budgetären Gründen gezwungen, deutliche Einsparungen bei den Dienststellen vorzunehmen: 180 Dienststellen und Verträge werden entweder gestrichen, nicht nachbesetzt oder nicht verlängert. Zudem werden 24 Nachtdiensträder eingespart. Nunmehr unterstützt auch die Wiener Ärztekammer massiv die Anliegen der Kolleginnen und Kollegen im AKH.

Besorgniserregend

Die Konsequenzen aufgrund der angeordneten Sparmaßnahmen im Wiener AKH sind besorgniserregend: Viele Abteilungen müssen Betten schließen und Kapazitäten drastisch einschränken, die 24-Stunden-Services sind infrage gestellt, Unfallopfer müssen an andere Spitäler verwiesen werden. Die Reduktion im gesamten klinischen Bereich betrifft vor allem Abteilungen wie die Anästhesie, Chirurgie, Unfallchirurgie oder auch Nachtdienstleistungen von Fächern wie der Dermatologie, HNO, Gynäkologie, Urologie oder Augenheilkunde.

Kaum Mitttel und Kapazitäten

Notfall- und Unfallambulanzen können nicht mehr wie bisher funktionieren. Die Versorgung von Rettungspatienten außerhalb der Kernarbeitszeit wird, wenn überhaupt, nur mehr mit Einschränkungen möglich sein. Das alles passiert zu einem Zeitpunkt, wo die diensthabenden Ärztinnen und Ärzte am Ende ihrer Kapazitäten angelangt sind und sich Burn-out-Symptome häufen. Überdies stehen kaum Mittel für notwendige Reparaturen oder Investitionen in Geräte und Betteninfrastruktur zur Verfügung.

Der Medizinischen Universität Wien droht ab dem Jahr 2013 ein jährliches Minus von 30 Millionen Euro, für 2011 ist ein Minus von mehr als neun Millionen Euro zu erwarten, 2012 würde es sich der Abgang ohne drastische Maßnahmen auf 18 Millionen Euro verdoppeln. Selbst die massiven Einsparungen, die Betrieb, Lehre und Forschung einschränken, könnten das Budgetminus nicht kompensieren. Um ab dem Jahr 2013 ausgeglichen bilanzieren zu können, müssten vermutlich ganze Abteilungen gesperrt werden.

Nicht akzeptabel

"Die Sparmaßnahmen, die aus Budgetgründen angeordnet werden, sind nicht zu akzeptieren, wenn man einen Kollaps des AKH verhindern will", betont Vorsitzender des Betriebsrats für das wissenschaftliche Personal der Medizinischen Universität Wien und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien. Daher unterstütze die Ärztekammer auch den Aufstand der Ärztinnen und Ärzte "zu 100 Prozent".

Defizit kann so nicht abgebaut werden

"Mit diesen Kürzungen wird gar nichts erreicht. Die Medizinische Universität könnte ihr Budgetdefizit auch in den kommenden Jahren nicht abbauen. Gib es nicht mehr Geld seitens des Ministeriums, entsteht ab dem Jahr 2013 dennoch ein Minus von sieben bis acht Millionen Euro jährlich", so Szekeres, der damit auch einen direkten und dringenden Appell an die Finanzministerin und den Wissenschaftsminister richtet.

OTS/ÄK Wien

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