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Offener Brief an Karlheinz TöchterleZum Downloaden bitte klicken! : Offener_Brief.pdf (422 KB)

 

 
Gesundheitspolitik 11. November 2011

AKH - Einsparungen: Ärzte wehren sich

Heftiger Widerstand der Ärzte und des medizinischen Personals gegen Einsparungspläne: "Damit ist der Betrieb nicht mehr möglich."

180 Dienststellen sollen gestrichen, nicht verlängert oder nicht mehr nachgesetzt werden, absoluter Aufnahmestopp und zudem die Kürzung der Nachtdiensträder von 172 auf 148, wobei es ursprünglich 230 waren.

"Damit kann die umfassende medizinische Versorgung nicht mehr gewährleistet werden, geschweige denn eine hochqualitative Lehre. Die Sparmaßnahmen, die aus Budgetgründen angeordnet werden, sind nicht zu akzeptieren, wenn man einen Kollaps des AKH verhindern will", so Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres, Obmann des Betriebsrates und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien, die den Aufstand der Ärzte zu hundert Prozent unterstützen.

Aktuelle Finazmisere

Die finanzielle Situation des AKH, das größte Krankenhaus Mitteleuropas, ist schlecht: 2011 wird ein Minus von knapp über 9 Millionen Euro ausgewiesen, die Einsparungen an den Nachtdiensten soll 6 Millionen Euro bringen, die Personalreduktion um 180 Stellen weitere etwa 18 Millionen jährlich. "Mit diesen Kürzungen würde gar nichts erreicht. Die Medizinische Universität könnte ihr Budgetdefizit auch in den kommenden Jahren nicht abbauen. Gib es nicht mehr Geld seitens des Ministeriums, entsteht ab dem Jahr 2013 dennoch ein Minus von sieben bis acht Millionen Euro jährlich.", so Szekeres, der damit einen direkten Appell an die Finanzministerin und den Wissenschaftsminister richtet.

Aktion "Rettet das AKH"

Heute wurde zudem der Verein "Rettet das AKH" seitens der Ärzteschaft gegründet,um die bisherige hohe Qualität der medizinischen Versorgung sowie der Forschung und Ausbildung im Wiener AKH zu sichern. Die Ärzte rufen alle, die sich für ein weiterhin vorbildhaftes Gesundheitssystem inWien einsetzen möchten, auf, zu spenden und gemeinsam den notwendigen Druck auf die Politik auszuüben, die notwendigen finanziellen Mitteln für die medizinische Grundversorgung aller Patienten am Wiener AKH aufzubringen.  

Offener Brief an den Minister

In den vergangenen Wochen haben Ärzte der MedUni wiederholt auf die geplanten und beabsichtigten Kürzungen aufmerksam gemacht, etwa in einem Offenen Brief an Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle . Die Rede war darin von "gefährlichen Personalverdünnungen". Gefordert wurde unter anderem, dass die veranlasste "Nichtnachbesetzung" von mindestens 40 bis 50 Stellen rückgängig gemacht werden müsse.Auch die Nacht-Journaldienste dürften nicht reduziert werden, verlangen die Ärzte. Uni-Rektor Wolfgang Schütz hatte zuletzt die Befürchtung geäußert, dass diese ab Jänner 2012 zurückgefahren werden müssen, "um den Abgang an ärztlichem Personal in Grenzen zu halten". Laut Medienberichten wird auch die teilweise Schließung der Notaufnahme diskutiert.

Forderungen der Ärzte

Die Forderungen richten sich an den Bund. Dass die Stadt - die im AKH in erster Linie das Pflegepersonal stellt - einspringt, gilt als eher ausgeschlossen. Der zuständige Krankenanstaltenverbund (KAV) kämpft ebenfalls mit knappem Budget. Geplante Sparmaßnahmen wurden kürzlich, nach Gesprächen mit der Personalvertretung, zurückgezogen. Nun wird mit der Gewerkschaft über modernisierte Betriebsabläufe verhandelt.

Weitere Aktionen

Für den kommenden Montag hat die Ärztekammer zu einer Pressekonferenz mit dem Titel "Steht das Wiener AKH vor dem Kollaps? - Dramatische Personaleinsparungen und Reduktion der Nachtdiensträder angeordnet" geladen.

Die Website der Aktion "Rettet das AKH" ist ab sofort online: www.rettetakh.at.

APA/OTS/red

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