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DGKS Brigitte Adler, Vizepräsidentin der Arbeiterkammer Niederösterreich
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DGKS Brigitte Adler Vizepräsidentin der Arbeiterkammer Niederösterreich

 
Gesundheitspolitik 8. April 2009

Es braucht mehr Personal und bessere Ausbildungen.

Die demografische Entwicklung macht auch beim Pflegepersonal nicht Halt. Das Durchschnittsalter der Pflegerinnen und Pfleger beträgt heute etwa 40 Jahre. Schon jetzt fehlen 4.000 Pflegepersonen und viele freie Stellen können nicht mehr besetzt werden. Die Unzufriedenheit in diesem Beruf ist groß. Wir müssen also den Job für junge Leute attraktiv machen und gleichzeitig neue Einsatzmöglichkeiten für ältere Pflegekräfte suchen, damit sie länger im Dienst bleiben können.

Deshalb sollte es zu einer klaren Ausweitung der Kompetenz in pflegerischen Aufgaben kommen. Dazu gehört das Recht, pflegerische Arzneimittel zu verschreiben. Es ist auch denkbar, dass Pflegepersonen die Einstufung für die Pflege und das Pflegegeld machen und nicht die Ärzte. Grundsätzlich hätte ich gerne eine Ausweitung von Konzepten der Community Nurse, wie es sie in Ansätzen schon in Niederösterreich gibt. Dabei soll eine Fachkraft Patienten, die Pflegegeld beziehen, zu Hause besuchen, schauen, was sie wirklich benötigen und echtes Case- und Caremanagement machen.

Allerdings braucht es dafür auch spezielle Ausbildungen und genügend Personal. Sonst stellt sich nämlich die Frage, wer sonst die Pflege übernimmt. Es kann nicht sein, dass man nach Primary-Nurse-Systemen ruft, wenn es irgendwo brennt. Dann würde schließlich nur die Qualität sinken. Es gibt ja schon jetzt die Tendenz, dass Pflegehelferinnen keine Aufsicht mehr brauchen sollen. Damit kommen wir zur Schmalspurpflege. Das ist nicht zu befürworten.

Grundsätzlich bin ich deshalb dafür, die Ausbildung auf eine bundesweite Basis zu stellen. Derzeit fallen die allermeisten Ausbildungsstätten entweder in die Zuständigkeit einer Landesregierung oder des Gesundheitsressorts. Gleichzeitig müssen neue Konzepte auf breiter Basis diskutiert werden.

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Von Martin Rümmele, Ärzte Woche 15/2009

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