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Foto: Österreichsiche Ärztekammer
Dr. Günther Wawrowsky, Obmann der Bundeskurie Niedergelassene Ärzte und Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer
Foto: Österreichsiche Ärztekammer

Dr. Günther Wawrowsky Obmann der Bundeskurie Niedergelassene Ärzte und Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer

 
Gesundheitspolitik 8. April 2009

Ärzte garantieren Qualität.

Das deutsche Konzept ist aus einer Notsituation im Versorgungsbereich heraus geboren worden. Hier geht es nicht um neue, alternative Betreuungskonzepte für die Menschen. Es gibt einfach eine Unterversorgung mit niedergelassenen Ärzten in manchen Gegenden. Das hat allein die Politik zu verantworten. Viele Ärzte haben das Land Richtung England verlassen, weil sie dort mehr verdienen. Viele Ärzte aus Österreich werden nicht zuletzt deshalb nach Deutschland geholt, um zu helfen und die Entwicklung aufzuhalten.

Das neue Konzept in Deutschland entspricht aber nicht einer optimalen Versorgung, wie sie sonst von Medizinern gemacht wird. Hier hat man einfach medizinischen Kahlschlag betrieben und muss nun damit zurecht kommen.

Ich hoffe, dass wir künftig nicht auch in Österreich solche Entwicklungen haben werden. Ich kann aber nicht sagen, wie sich das entwickeln wird. Wenn man die Vorgänge im Vorjahr rund um die Reformdiskussionen im Gesundheitswesen betrachtet, ist das sicher nicht hilfreich, dass sich bei jungen Ärzten keine Lust breitmacht, als Arzt in eine niedergelassene Praxis zu gehen – vor allem außerhalb der Ballungszentren. Wir müssen hier gegensteuern und auch alles tun, damit die Ärzte im Land bleiben, und nicht auch bei uns ins Ausland abwandern.

Grundsätzlich ist das Konzept der Gemeindeschwestern in Österreich schon jetzt möglich. Solche Schwestern gibt es etwa bei Organisationen wie der Volkshilfe und dem Hilfswerk für Leute, die sich selbst nicht mehr versorgen können. Diese Pflegekräfte stehen in engem Kontakt mit den Ärzten und spritzen etwa Insulin, messen Blutzuckerwerte oder machen eine Wundversorgung. Sie dürfen das aber nicht ohne entsprechende medizinische Anleitung und Ausbildung machen. Wichtig ist, dass hier die ärztliche Anleitung weiter bestehen bleibt, damit es nicht zu einem qualitativen Rückgang in der Versorgung kommt.

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Schwester Agnes erhitzt Gemüter

 

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Von Martin Rümmele, Ärzte Woche 15/2009

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