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Foto: Buenos Dias/photos.com
Sollen Diplom-Krankenschwestern einige Aufgaben der medizinischen Versorgung der Bevölkerung von Hausärzten übernehmen dürfen, damit der Ärztemangel in ländlichen Regionen entschärft wird? Die Kompetenzgrenzen beginnen sich aus der Not heraus zu bewegen.
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Sollen Diplom-Krankenschwestern einige Aufgaben der medizinischen Versorgung der Bevölkerung von Hausärzten übernehmen dürfen, damit der Ärztemangel in ländlichen Regionen entschärft wird? Die Kompetenzgrenzen beginnen sich aus der Not heraus zu bewegen.

 
Gesundheitspolitik 8. April 2009

Schwester Agnes erhitzt Gemüter

In Deutschland übernimmt Pflegepersonal hausärztliche Aufgaben. Ein Modell für Österreich?

In Deutschland gilt derzeit die zentrale Figur einer alten DDR-Fernsehserie als Lösung für ärztliche Unterversorgung im niedergelassenen Bereich: „Schwester Agnes“ soll in Regionen, die besonders von Rückgang und Alterung der Bevölkerung sowie von Lücken in der hausärztlichen Versorgung betroffen sind, im Auftrag der Ärzte Hausbesuche machen. Sie werden den Gesundheitszustand der Patienten kontrollieren und zu gesundheitsbezogenen Themen beraten. Dabei ist Agnes nicht nur der Name der einstigen Filmfigur, sondern steht für Arztentlastende, Gemeindenahe, E-Health-gestützte, Systemische Intervention – AGnES. Die Gemeindeschwester – von Gesundheitsökonomen auch neudeutsch Primary Nurse genannt – wird seit 2004 als eine Lösungsmöglichkeit in einigen deutschen Bundesländern erprobt, um die medizinische Versorgungslücke abzufedern und Hausärzte bei der Sicherstellung der medizinischen Versorgung zu unterstützen. In der vergangenen Woche einigten sich nun der Spitzenverband der Krankenkassen und die Kassenärztliche Bundesvereinigung nach langen Verhandlungen auf die Aufnahme des AGnES-Konzepts in die Regelversorgung. Das System soll helfen, Hausärzten die Versorgung eines größeren Patientenstammes und/oder einer größeren Region zu ermöglichen. Die AGnES-Fachkraft besucht Patienten zu Hause und misst zum Beispiel Blutdruck, Blutzucker oder andere wichtige diagnostische Werte. Die Fachkraft ist speziell geschult, den umfassenden Gesundheitszustand der Patienten einzuschätzen, kann einfache Labortests durchführen, verabreicht Medikamente, übernimmt die Wundversorgung, berät und koordiniert im Hinblick auf weitere therapeutische Maßnahmen.

 

Lesen Sie zu diesem Thema auch diese Standpunkte:

Von Martin Rümmele, Ärzte Woche 15/2009

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