E-Health war ein zentrales Thema beim diesjährigen European Health Forum Gastein. Neue Technologien könnten große Kostenersparnisse bringen, Behinderungen seien  "Standesdenken" einzelner Sektoren im Gesundheitswesen - oder auch übertriebene Angst vor unzureichender Datensicherheit. "Wir verfügen über die Technologien, wir kennen die Szenarien, in denen sie eingesetzt werden können. Nun geht es darum, uns zu einem schnelleren Organisationswandel zu bekennen", sagte Robert Madelin, Direktor der Generaldirektion für Informationsgesellschaft und Medien der Europäischen Kommission. Politik und Wirtschaft sind sich einig "/>
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Gesundheitspolitik 10. Oktober 2011

EHFG: "eHealth in Europa beschleunigen"

E-Health war ein zentrales Thema beim diesjährigen European Health Forum Gastein. Neue Technologien könnten große Kostenersparnisse bringen, Behinderungen seien  "Standesdenken" einzelner Sektoren im Gesundheitswesen - oder auch übertriebene Angst vor unzureichender Datensicherheit.

"Wir verfügen über die Technologien, wir kennen die Szenarien, in denen sie eingesetzt werden können. Nun geht es darum, uns zu einem schnelleren Organisationswandel zu bekennen", sagte Robert Madelin, Direktor der Generaldirektion für Informationsgesellschaft und Medien der Europäischen Kommission.

Politik und Wirtschaft sind sich einig

Die Experten aus Politik und Industrie waren sich beim European Health Forum Gastein (EHFG) einig: Systemmodernisierungen und Behandlungsanpassungen für bessere Therapie-Erfolge müssen patientenzentriert erfolgen. Sowohl die Zusammenarbeit mit den Stakeholdern als auch die Einbindung von Patienten und Ärzten sind die Voraussetzungen dafür, eHealth in ganz Europa rasch Realität werden zu lassen.

Herausforderung Organisationswandel

"Organisationswandel ist die wesentliche Herausforderung. Ohne ihn kann eHealth nicht in die Tat umgesetzt werden." Wie Madelin jedoch anmerkte, "ist das 'Standesdenken' eines der größten Hindernisse dafür".

Das betreffe nicht nur den Spitalsbereich, sondern das gesamte Gesundheitswesen. "Technologie praktisch einzusetzen, ist tendenziell ein großes Problem. Die Menschen kommen damit nicht zurecht, teilweise weil sie Angst davor haben. Was wir bräuchten, sind Ärztinnen und Ärzten, die das propagieren, nicht nur Computerfreaks."

Heikles Thema Datenschutz


Madelin sprach auch die Angst vor Datenschutzverletzungen an, die oft "übertrieben ist und manchmal nur vorgeschobene wird, um die eigene Untätigkeit zu rechtfertigen. Wie viele Aktenschränken bleiben unverschlossen, Tag für Tag? Das Sicherheitsrisiko ist leichter in den Griff zu bekommen als das menschliche Versagen".

Natürlich treiben sich im Netz ausgebuffte Hacker herum. Doch bedenklicher als das wäre es, die Chance zu vergeben, Daten für Patienten und Ärztinnen und Ärzte schnell abrufbar zu machen - zuhause, über die Grenze hinweg, für Notfälle und für deren Prophylaxe, so Experten beim EHFG.

Jacques Weiss, Vizepräsidentin von Merck Serono, zuständig für Strategisches Marketing im Bereich Endokrinologie, sprach über den möglichen Beitrag der pharmazeutischen Industrie zu einer besseren, "intelligenteren" Gesundheitsversorgung. Ihrer Meinung nach nimmt eHealth eine Schlüsselrolle ein, was die praktische Umsetzung von Informations- und Kommunikationstechnologie betrifft.

Grund dafür sei das einzigartige Wissen, das aus der direkten Arbeit mit den Patient/-innen gespeist wird. "Herausfordernd ist jedenfalls der kulturelle und strukturelle Wandel, der sich durch den Anspruch ergibt, nicht mehr Produkte zu liefern, sondern voll integrierte, maßgeschneiderte Gesundheitsservices zu bieten."

B&K/red

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