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Gesundheitspolitik 3. Oktober 2011

Tiroler Datenklau: Ärztekammer fordert Stopp der E-Projekte

Wie den zahlreichen Meldungen der letzten Tage zu entnehmen war, hat sich die Internet-Aktivistengruppe Anonymous Austria Patientendaten von Versicherten der Tiroler Gebietskrankenkasse angeeignet. Berichten zufolge sind viele Patientinnen und Patienten nun zutiefst verunsichert.

Kein Zentralspeicher

Einmal mehr ist nun klar geworden, dass es keine sichere Speicherung von hochsensiblen Daten im Netz geben kann. "Es hat sich erneut gezeigt, dass die Arzt-Patienten-Beziehung äußerst schützenswert ist und keinesfalls Teil eines Zentralspeichers im Internet werden sollte, so wie es in den Projekten des Gesundheitsministeriums rund um das Thema "Elektronische Gesundheitsakte - ELGA" geplant ist" , meint die Wiener Ärztekammer in einer Aussendung.

Kein 100-prozentiges System

Umso erstaunlicher und absolut nicht nachvollziehbar sei die Reaktion des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger: Diese hätten nach Meinung der Ärztevertereter noch immer nicht begriffen, dass es keine 100-prozentig sichere Datenspeicherung geben könne. Ganz im Gegenteil: Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger fordere sogar eine weitere Ausdehnung der E-Card-Anwendungsgebiete mit dem Argument der höchsten Sicherheit des E-Card-Systems.

Provokation des Hauptverbandes

"Eine solche provokante und fast schon als überheblich einzustufende Aussage könnte fast als öffentliche Aufforderung und Einladung an Hacker-Gruppierungen, das E-Card-System zu hacken, verstanden werden", so die Ärzte. Angesichts der zahlreichen Datendiebstahl-Vorfälle der letzten Zeit könne die Ärztekammer für Wien deshalb nur erneut vor einer verpflichtenden Einführung einer elektronischen Gesundheitsakte warnen.

In einer aktuellen Presseaussendung fordert Vizepräsident Johannes Steinhart die Regierung erneut auf, alle weiteren derzeit geplanten E-Projekte sofort zu stoppen.

Presse WÄK, red

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