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Gesundheitspolitik 3. Oktober 2011

Frauen noch immer extrem benachteiligt

Eine von der EU in Auftrag gegebene, aktuelle Studie belegt: Frauen in Österreich müssen zweieinhalb Mal so produktiv sein, um eine Professur zu erlangen, wie Männer. Beim Symposium „Hat wissenschaftliche Leistung ein Geschlecht?“ an der Medizinischen Universität Wien geht es darum, dieses Problem sichtbar zu machen, dafür zu sensibilisieren und neue Strategien zu entwickeln.

Fragen über Fragen 

"Wie wird Spitzenforschung definiert, welche Forschungsleistung ist notwendig, um sich im internationalen Wettbewerb durchsetzen zu können und welchen Einfluss hat das Geschlecht der handelnden Personen auf die Bewertung von wissenschaftlicher Leistung?"

Nur 18 Prozent Frauen

Die Fakten sprechen für sich: Europaweit sind nur 30 Prozent des Wissenschaftspersonals und 18 Prozent der höchst dotierten ProfessorInnen Frauen. In Österreich sind nur rund 25 Prozent der WissenschafterInnen weiblich, damit liegt Österreich im EU27-Vergleich an viertletzter Stelle.

Neue Strategien finden

"Beim Glasdecken-Index, der angibt, wie dick die gläserne Decke für Frauen ist, eine Professur zu erlangen, liegt Österreich im EU-Schnitt im oberen Mittelfeld", sagt die Vizerektorin für Lehre, Gender & Diversity, Karin Gutiérrez-Lobos. Für Frauen sind die Hürden, publizieren zu können, oder an Fördergelder für Forschungsprojekte zu kommen ebenfalls noch immer wesentlich größer als für Männer."Informieren, sensibilisieren und neue Strategien entwickeln, um Abhilfe zu schaffen", das ist das erklärte Zie von Gutiérrez-Lobos.

Prominente Vortragende

Im Rahmen des Symposiums wird deshalb auch der Frage nach alternativen Leistungskriterien nachgegangen. Dafür wurden prominente Vortragende wie Jeff Hearn, einer der Mitbegründer der kritischen Männerforschung, und Christine Färber, Professorin für empirische Sozialforschung an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg, gewonnen.

Symposium "Hat wissenschaftliche Leistung ein Geschlecht?“

Dienstag, 4. Oktober 2011 (9 – 16 Uhr),
Rektoratssaal der MedUni Wien,
Spitalgasse 23, Rektoratsgebäude BT 88, 1090 Wien.

Anmeldung unter .
 

Quelle: MedUniWien/red

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