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Gesundheitspolitik 1. September 2011

Iatrogene Todesfälle der Jahre 1990–2000 untersucht am Department für Gerichtsmedizin, Wien

Medizinische Behandlungsfehler sind ein weitreichendes Problem, welches nicht nur finanzielle, sondern auch rechtliche Konsequenzen für alle Involvierten nach sich zieht. In Österreich gibt es keine epidemiologischen Daten, welche sich mit dieser Problematik befassen. Am Department für Gerichtsmedizin in Wien wurden Daten von insgesamt 7,211 gerichtlichen Obduktionen der Jahre 1990 bis 2000 im Hinblick auf iatrogene Todesfälle und mögliche medizinische Behandlungsfehler analysiert. Von insgesamt 55 entsprechenden Obduktionsprotokollen wurden 30 Fälle als Operationszwischenfälle, 19 als fahrlässige Behandlungsfehler und 6 Fälle als medikamenten-assoziierte Zwischenfälle definiert. Es wurden 40 Gerichtsakten eingesehen, dabei konnten in 2 Fällen jeweils Freisprüche und in nur 2 Fällen Verurteilung der Mediziner festgestellt werden. Die Anzahl der medizinischen Behandlungsfehler in Österreich erscheint diesen Daten zufolge, im Vergleich zu internationalen Daten, sehr niedrig zu sein. Aus diesem Grund muss die Möglichkeit, dass medizinische Behandlungsfehler nicht erkannt werden, in Erwägung gezogen werden.

Pia Paula, Iris Pöttinger, Nicole Kordina, Barbara Schneider, Daniele U. Risser, Wiener klinische Wochenschrift 17/18/2011

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