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Foto: ©iStockphoto.com/Cimmerian
 
Gesundheitspolitik 28. September 2011

Arbeitsplatz Gesundheit

Eine Kampagne will auf die Missstände in Gesundheitseinrichtungen hinweisen und die Öffentlichkeit mobilisieren.


Mit einem Aufruf zur Menschlichkeit startete die Hauptgruppe II (HG II) der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten Kunst, Medien, Sport, freie Berufe (GdG-KMSfB) vor wenigen Tagen mit über 1.500 Unterstützern in Wien eine Kampagne zur Verbesserung der Arbeitsverhältnisse im Gesundheitssektor. „Die Beschäftigten in den Spitälern, Pflegewohnhäusern und Dienststellen brennen gerade aus“, beschreibt Bernhard Harreither, Vorsitzender der HG II, die aktuelle Situation. „Wir wollen den Patienten mit unserem Können und Wissen helfen. Aber mit den Kürzungsplänen werden uns Steine in den Weg gelegt. Weitere Einsparungen wird das Gesundheitssystem nicht mehr ertragen.“

Im Auftrag der Arbeiterkammern Wien und Niederösterreich sowie der Niederösterreichischen Ärztekammer hat die Sozialökonomische Forschungsstelle (SFS) die Arbeitsbedingungen und -belastungen in den Gesundheitsberufen am Beispiel Wien und Niederösterreich untersucht. Die Ergebnisse sind die Basis für die aktuellen Aktivitäten und Forderungen. Mit der Gesundheitskampagne soll auch die Öffentlichkeit auf die Zustände im Wiener Gesundheitssektor aufmerksam gemacht werden. Auf der Webseite www.gesundheitskampagne.at werden in den kommenden Tagen und Wochen die Aktionen der Beschäftigten vorgestellt werden.

Das Patientenwohl wird traditionell als zentrales Thema der Kostendiskussion im Gesundheitswesen ins Treffen geführt. Ob die Forderungen tatsächlich ankommen, wo sie sollen, ist aber fraglich. Fakt ist, dass weder die Leitung des KAV noch Patientenvertreter zur Kampagne Stellung nehmen wollten. Wohl auch, weil unter dem Strich nicht Patienteninteressen im Vordergrund stehen, sondern sich die Fronten auf Seiten der Arbeitgeber und Arbeitnehmer deutlich verhärten.

 Dr. Kurt Frey KA Rudolfstiftung, Mitglied des Dienststellenausschusses, FSG  Gertrude Z., 71 Pensionistin aus Wien

Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

Standpunkt 1
"Über Jahrzehnte haben sich Verhältnisse eingeschlichen, die ein zeitgemäßes Arbeiten und eine ebensolche Patientenversorgung nicht mehr möglich machen."
Win-win-Situation für alle
Dr. Kurt Frey, KA Rudolfstiftung, Mitglied des Dienststellenausschusses, FSG
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Standpunkt 2
"Ich vertraue schon darauf, dass sich  unsere Politiker und die Chefs in den Spitälern überlegen, wie sie das auf die Reihe bringen."
Das Ergebnis zählt.
Gertrude Z., 71, Pensionistin aus Wien
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Von R. Haiden, Ärzte Woche 39 /2011

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