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Gesundheitspolitik 23. September 2011

Ärztemangel: OÖ klagt über "dramatische Situation"

Es gibt zu wenig ärztlichen Nachwuchs. Grund dafür ist in erster Linie die Altersstruktur: Die geburtenstarken Jahrgänge gehen innerhalb der kommenden fünf Jahre in Pension, es rücken weniger Jungärzte nach. Neben der Altersstruktur ist die zunehmende Migration ein Hauptgrund für den in machen Gebieten massiven Ärztemangel, da sich Jungmediziner angesichts der Situation ihren Arbeitsplatz aussuchen können.

Viele offene Turnusplätze

In Oberösterreich haben zahlreiche Spitäler – vor allem an der Peripherie – bereits Probleme, junge Ärzte zu finden. So sind im Krankenhaus Braunau sechs Turnusstellen nicht besetzt, auch Fachärzte fehlen. In Freistadt, Kirchdorf, Gmunden, Rohrbach, Schärding und Wels haben die Spitäler ebenfalls freie Turnusarzt-Stellen, die sie nicht besetzen können – und man rechnet, dass sich die Situation 2012 noch verschlimmern wird.

Attraktive Arbeitsplätze bieten

"Angesichts dieser dramatischen Situation besteht dringender Handlungsbedarf. Wir brauchen mehr Jungärzte, sonst wird es die medizinische Versorgung in der Qualität, wie wir es gewohnt sind, bald nicht mehr geben", befürchtet Ärztekammerpräsident Dr. Peter Niedermoser, "wir müssen den Jungärzten attraktive Arbeitsplätze bieten, nur so halten wir sie im Land. Außerdem brauchen wir dringend mehr Studienplätze für Medizin."

Die lokale Politik und die Ärztekammer sieht die Lösung in einer Aufwertung durch eine weitere Medizinische Universität für Österreich. Der Bund sträubt sich aber.
>>Mehr zum Projekt "MedUni Linz": www.meduni-linzooe.at

 Ärztemangel in Europa

In Deutschland fehlen bereits derzeit mehr als 3.600 niedergelassene Ärzte – bis 2020 müssen lt. einer Studie der Kassenärztlichen Vereinigung und einer Erhebung der Bundesärztekammer rund 51.000 Ärzte im ambulanten Bereich ersetzt werden, darunter knapp 24.000 Hausärzte.

In Schweden sind aktuell rund 5.000 Arztstellen unbesetzt, und auch in Norwegen werden dringend Ärzte gesucht.

In Großbritannien titeln die Medien mit Schlagzeilen wie „Das Vereinigte Königreich hat einen Mangel an jungen Ärzten – Engpässe im britischen Gesundheitsdienst“ oder „Mangel an Ärzten schränkt Notaufnahme in Nordirland ein“.

In Tschechien können derzeit 700 Arztstellen nicht besetzt werden, die Anzahl der Allgemeinmediziner am Land sinkt rapide. In Bulgarien erklärte der Industrieverband die Lage kürzlich für alarmierend.

OÖÄK/AN

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